FC St. Pauli

Wieckhoff: „Früher stand ich bei den Ultras“

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Jannes Wieckhoff unterschrieb im Juli den ersten Profivertrag.

Jannes Wieckhoff unterschrieb im Juli den ersten Profivertrag.

Foto: Witters

Das Rechtsverteidiger-Talent freut sich nun auf seine Heimpremiere beim FC St. Pauli gegen den 1. FC Heidenheim.

Hamburg. Wenn Jannes Wieckhoff (20) auf seine Pflichtspiel-Heimpremiere am Sonntag gegen den 1. FC Heidenheim denkt, huscht ein schüchternes Lächeln über seine Lippen. Das Millerntor-Stadion ist für den Youngster ein ganz besonderer Ort. „Früher habe ich ab und zu auf der Südtribüne bei den Ultras gestanden. Ich freue mich riesig, jetzt dort auf dem Platz stehen zu dürfen. Es ist cool, dass jetzt auch wieder ein paar Fans zugelassen sind und wir Stimmung im Rücken haben“, sagt sich der Rechtsfuß, der in diesem Sommer ultraschnell vom Fan zum Hoffnungsträger beim FC St. Pauli wurde.

Am 30. Juni unterschrieb der gebürtige Hamburger, der vor zwölf Jahren vom Lokalrivalen HSV in den Nachwuchs des Kiezclubs gewechselt war, seinen ersten Profivertrag. Knapp anderthalb Monate später stand er am ersten Spieltag beim VfL Bochum (2:2) direkt in der Startformation. „Es ist ein geiles Gefühl. Darauf habe ich die ganze Zeit hingearbeitet. Am Anfang war ich etwas nervös, weil ich das noch nicht kannte. Aber es hat einfach Bock gebracht“, sagt Wieckhoff herrlich unbekümmert.

Führungsspieler kümmerten sich um Wieckhoff

Gerade in den Tagen vor seinem Profidebüt kümmerten sich die Führungsspieler Daniel Buballa (30), Christopher Avevor (28) und Marvin Knoll (29) um den 20-Jährigen, um ihn mental so gut es geht vorzubereiten. „Sie haben mir gesagt, dass ich Spaß haben soll, sei nicht nervös, genieß es. Es klang so einfach“, sagt Wieckhoff, der das Trikot vom ersten Spiel in Bochum mit nach Hause genommen hat. Hier soll es einen Ehrenplatz an der Wand bekommen.

Die vergangenen Tage hat Wieckhoff genutzt, um die vielen neuen Eindrücke für sich einzuordnen. „Es freut mich natürlich, dass alles so schnell ging. Ich hatte immer das Ziel zu spielen. Dass es gleich in die Startelf fing, freut mich umso mehr“, sagt der Blondschopf, von dem sein Trainer Timo Schultz (43) viel hält. Im Training nimmt ihn der Übungsleiter oft zur Seite, um ihm Tipps im Zweikampfverhalten zu geben. „Mein erstes Spiel war okay, aber ich habe Steigerungspotenzial“, sagt er. In Bochum traf ihn beim Tor zum 0:2 zumindest eine Teilschuld. „Fehler passieren. In dem Moment fühlt man sich nicht gut, aber ich versuche es, schnell abzuhaken.“

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Jannes Wieckhoff hat das Fußballspielen bei Blau-Weiß 96 Schenefeld gelernt, aktuell lebt er noch bei seinen Eltern. „Ich wollte nach der Vertragsunterschrift nicht gleich am nächsten Tag ausziehen“, scherzt Wieckhoff. Gerade hat er ein freiwilliges soziales Jahr in einem Reha-Sportstudio beendet, das er für sein Fach-Abitur benötigte. „Jetzt kann ich mich aber ganz auf Fußball konzen­trieren.“

Die Stürmer Simon Makienok (29, Sprunggelenk) und Boris Tashchy (27, muskuläre Probleme) absolvierten am Donnerstag wieder Teile des Mannschaftstrainings.

( ber )

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