FC St. Pauli

Avevor will den „Fluch“ der Kapitänsbinde brechen

Christopher Avevor spielt seit 2016 beim FC St. Pauli.

Christopher Avevor spielt seit 2016 beim FC St. Pauli.

Foto: Witters

In seiner Premierensaison als Spielführer verletzte sich der Profi des FC St. Pauli schwer. Knoll ist sein Stellvertreter.

Hamburg. Als Führungsspieler hat man die Pflicht, voranzugehen. Auf dem Platz, in der Kabine und bei der Planung von Festivitäten. „Ich werde mir etwas für die Mannschaft überlegen“, scherzte Christopher „Jackson“ Avevor, der von Trainer Timo Schultz als Mannschaftskapitän bestätigt wurde. „Im Vorjahr habe ich mit meinen Stellvertretern Daniel Buballa und Jan-Philipp Kalla leckeres Essen kommen lassen. Das ist ja in Corona-Zeiten nicht so einfach. Aber mir wird etwas einfallen“, sagt der Abwehrspieler.

Viel mehr als einen geselligen Abend mit den Kollegen wünscht sich der gebürtige Kieler mehr Glück mit der Kapitänsbinde als in der vergangenen Premierensaison. Damals brach sich der 28-Jährige am zweiten Spieltag gegen Greuther Fürth das Wadenbein und riss sich zudem das Syndesmoseband. „Ich hatte mich gerade in die Rolle hineingefunden, als die Verletzung kam. Aber ich glaube, dass ich trotzdem etwas aus der Vorsaison mitgenommen habe und es für mich keine ganz neue Situation ist“, sagt Avevor und ergänzt: „Aberglaube ist nichts für mich“, sagt der Routinier, der deshalb auch zu keiner Sekunde darüber nachgedacht hat, das Amt nicht zu übernehmen.

Avevor genießt hohes Ansehen innerhalb der Mannschaft

„Es ist eine mega Ehre und eine unglaubliche Wertschätzung, die Mannschaft auf das Feld führen zu können. Aber es geht eben auch große Verantwortung damit einher“, sagt Avevor, dessen Defensivkollege Marvin Knoll (29) zum Stellvertreter ernannt wurde. „Knolli bringt viele Emotionen mit auf den Platz. Er hat, wie alle anderen aus dem Mannschaftsrat auch, Führungsqualitäten“, lobt Avevor.

Zuvor hatte der St.-Pauli-Coach in der vergangenen Woche den Mannschaftsrat von den Profis wählen lassen. „Jackson ist ein super Typ mit einem hohen Ansehen innerhalb der Mannschaft. Er ist immer positiv, marschiert vorweg und nimmt auch die jungen Spieler mit. Zur richtigen Zeit findet er aber genauso mal ein kritisches Wort, auch seinen Mitspielern gegenüber“, lobt Schultz. Neben Avevor und Knoll sollen auch die erfahrenen Philipp Ziereis (27) sowie Vorjahres-Vizekapitän Daniel Buballa (30) und Torhüter Robin Himmelmann (31) die Richtung vorgeben.

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Trainer Schultz fordert und fördert ohnehin eine flache Hierarchie, in der jeder Spieler auf seine Art und Weise Verantwortung übernehmen soll. Ein Credo, das Avevor teilt. „Wir haben für uns festgelegt, dass jede Stimme gehört wird und jede Meinung zählt. Egal, ob du 18 Jahre alt bist oder 31. In der Mannschaft haben wir eine gute und natürliche Hierarchie“, sagt der Defensivspezialist, der allerdings zuerst die Routiniers in die Pflicht nimmt, das Korsett in der Führungsstruktur zu bilden – in dem die jüngeren Spieler dann Halt finden. „Wir müssen den jungen Spielern ein Vorbild sein. Das funktioniert ganz gut, finde ich“, sagt Avevor.

Einen ersten Beweis kann das neue Führungsduo Avevor/Knoll am Sonntag (15.30 Uhr) in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Regionalligaclub SV Elversberg antreten.

Der FC St. Pauli musste im Training auf sieben Spieler verzichten. Neben den langzeitverletzten Christopher Buchtmann, Ryo Miyaichi und Finn Ole Becker fehlten auch Kevin Lankford, Philipp Ziereis und Maximilian Franzke. Details zu Verletzungen wird der Kiezclub künftig nur noch einmal pro Woche kommunizieren.