Zweite Bundesliga

Stanislawski über St. Pauli: "Es kann nur besser werden"

Holger Stanislawski, hier mit Sozialsenatorin Melanie Leonhard im Kofferzentrum am Hamburger Flughafen, wirbt in der Debatte um das Ende von Geisterspielen um die Geduld der Fans.

Holger Stanislawski, hier mit Sozialsenatorin Melanie Leonhard im Kofferzentrum am Hamburger Flughafen, wirbt in der Debatte um das Ende von Geisterspielen um die Geduld der Fans.

Foto: dpa

Der ehemalige Cheftrainer des Kiezclubs spricht über die Rückkehr von Fans, seinen Nach-Nachfolger Schultz und die neue Saison.

Hamburg. Der ehemalige Bundesliga-Trainer Holger Stanislawski hat sich angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie dafür ausgesprochen, auch in der kommenden Saison vorerst auf Zuschauer bei Fußball-Spielen zu verzichten.

„Ich glaube, dass das die völlig richtige Entscheidung ist, im Moment so vorzugehen“, sagte der Ex-Coach des FC St. Pauli der Deutschen Presse-Agentur. So traurig das für jeden Fan und für jede Mannschaft sei. „Wir müssen uns einfach ein bisschen in Geduld üben.“

Stanislawski: Das Drumherum ist problematisch

Die Schwierigkeit bei der Zulassung von Fans im Stadion sieht der 50-jährige Stanislawski weniger in der Einhaltung von Mindestabständen, sondern in den Abläufen vor und nach den Spielen. „Das Problem ist das, was vor dem Stadion, auf dem Weg dahin passiert. Da ist die Gefahr einfach zu groß, dass zu viele Menschen zusammenkommen.“

Gleichwohl zeigte Stanislawski Verständnis für den Wunsch, Fußballspiele wieder vor Publikum stattfinden zu lassen. „Wir merken jetzt mehr denn je, wie wichtig der Zuschauer ist.“

Die Gesundheitsminister der Länder und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatten sich vorerst gegen eine Teil-Rückkehr von Zuschauern in die Stadien bis zum 31. Oktober ausgesprochen. Somit wird die Saison in der 1. und 2. Bundesliga Mitte September voraussichtlich mit Geisterspielen beginnen – so wie die vergangene Spielzeit endete.

Stani setzt auf Spaß-Vermittler Schultz

Vom neuen St.-Pauli-Trainer Timo Schultz erwartet Stanislawski, dass er den Spielern vor allem den Spaß und die Freude am Spiel vermittelt: „Dann wird es, glaube ich, eine sehr erfolgreiche Saison.“ Auf die Frage, auf welchem Tabellenplatz der Kiezclub am Ende der Saison stehen wird, sagte Stanislawski: „Ich gewinne nie im Lotto und ich halte mich möglichst auch zurück mit Prognosen, aber es kann nur besser werden.“

Stanislawski war beim FC St. Pauli als Spieler, sportlicher Leiter und Cheftrainer aktiv. Unter anderen stieg er mit dem Club als Trainer 2010 in die Bundesliga auf. Später wechselte er zur TSG 1899 Hoffenheim und zum 1. FC Köln. Seit 2014 führt er einen Supermarkt und ist im Fußball nicht mehr aktiv.