Zweite Bundesliga

Finale für den FC St. Pauli um fast 1,7 Millionen Euro

St.-Pauli-Präsident Oke Göttlich (l.) und Sportchef Andreas Bornemann.

St.-Pauli-Präsident Oke Göttlich (l.) und Sportchef Andreas Bornemann.

Foto: Tim Groothuis / WITTERS

Das letzte Saisonspiel kann für das TV-Ranking immense Bedeutung haben. Welche Szenarien für die Hamburger möglich sind.

Hamburg. Der 1:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg zum Re-Start der Zweiten Bundesliga nach der Corona-Unterbrechung kann dem FC St. Pauli noch rund 555.000 Euro einbringen. Dies tritt dann ein, wenn die Franken am kommenden Sonntag auf den 16. Platz der Zweiten Liga zurückfallen, in der Relegation am Drittliga-Dritten scheitern und somit aus der Zweiten Liga absteigen.

Damit würde der FCN nämlich auch aus dem TV-Ranking der Deutschen Fußball Liga (DFL) herausfallen, in der er derzeit auf Platz 23 und damit fünf Plätze vor St. Pauli steht, der dann automatisch einen Platz nach oben rücken würde. Dies allein würde mit zusätzlich 490.000 Euro aus der Säule „Bestand“ und noch einmal 65.000 Euro aus der Säule „Wettbewerb“ belohnt werden (Werte laut fernsehgelder.de).

Doch der FC St. Pauli muss in Sachen Fernsehgeld für die kommende Saison nicht allein nach Kiel schauen, wo die Nürnberger anzutreten haben, sondern kann im eigenen Spiel beim Tabellenvorletzten SV Wehen Wiesbaden noch selbst einiges für eine üppigere Einnahme aus der nationalen TV-Vermarktung tun. Dabei geht es zwischen dem bestmöglichen und schlechtesten Fall um einen Unterschied von knapp 1,7 Millionen Euro.

Aus der Säule „Nachhaltigkeit“ hat St. Pauli 1,19 Millionen Euro zu erwarten

Beim „Worst Case“ wird St. Pauli in der Kategorie „Bestand“, die die sportlichen Platzierungen der vergangenen fünf Jahre berücksichtigt, noch von der SpVgg. Greuther Fürth auf Platz zwölf der Zweiten Liga verdrängt und erhält nur noch 9,016 Millionen Euro aus diesem – mit einem Anteil von 70 Prozent – größten Topf der TV-Gelder. Auch bei der Säule „Wettbewerb“ (23 Prozent) gehen die vergangenen fünf Jahre in die Wertung ein. Auch hier kann Fürth den FC St. Pauli am letzten Spieltag noch überholen. Der Kiezclub bekäme dann als 30. der 36 Clubs (Erste und Zweite Liga) nur noch 1,288 Millionen Euro.

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Aus der Säule „Nachhaltigkeit“ schließlich, die fünf Prozent ausmacht, hat St. Pauli als 23. der Gesamtwertung noch einmal 1,19 Millionen Euro zu erwarten. Hier werden die Platzierungen der vergangenen 20 Jahre jeweils gleichrangig berücksichtigt. Das letzte Spiel in Wiesbaden hat auf St. Paulis Position in dieser Wertung aber keine Auswirkung mehr. In Summe ergeben sich also 11,494 Millionen Euro im ungünstigsten Fall. Das wären dann sogar noch etwas weniger als in der aktuellen Saison (11,549), obwohl die Gesamtsumme aus dem TV-Topf für die Zweite Liga steigt.

Gewinnt St. Pauli allerdings am Sonntag in Wiesbaden, klettert in der sportlichen Tabelle im Idealfall von Rang 14 auf Rang elf und lässt in den beiden wichtigsten TV-Ranking-Kategorien neben Fürth auch Regensburg und Kiel hinter sich, kämen aus der Säule „Bestand“ 10,486 Millionen und aus der Säule „Wettbewerb“ 1,481 Millionen Euro zusammen. Addiert mit den 1,19 Millionen Euro aus der „Nachhaltigkeit“ ergäbe dies 13,157 Millionen Euro und damit 1,663 Millionen Euro mehr als im schlechtesten Fall. Kleiner Haken an der Sache: St. Pauli kann die Kieler nur dann verdrängen, wenn diese am Sonntag gegen Nürnberg verlieren. Damit wären die Franken ihrerseits aber gerettet, blieben in der Liga und im TV-Ranking vor St. Pauli.