Coronaverfügungen

So bereitet sich St. Paulis Museum auf Wiedereröffnung vor

| Lesedauer: 3 Minuten
Christoph Nagel gehört zum  Vorstand des Museumsvereins „1910 e. V.“.

Christoph Nagel gehört zum Vorstand des Museumsvereins „1910 e. V.“.

Foto: Roland Magunia

Frühestens vom 14. Mai an soll die Dauerausstellung in der Gegengeraden des Millerntor-Stadions wieder zugänglich sein.

Hamburg.  Noch liegt zwar keine offizielle Zusage vor, aber es ist beschlossene Sache, dass auch in Hamburg in dieser Woche die Museen wieder öffnen dürfen. „Wir freuen uns darauf, dass auch wir dann wieder Besucher empfangen dürfen“, sagt daher auch Christoph Nagel, Vorstandsmitglied des „1910. e. V.“ Seit dem 16. März waren die Räumlichkeiten des Museums des FC St. Pauli in der Gegengeraden des Millerntor-Stadions aufgrund der Coronaverfügungen geschlossen.

Jetzt kann es also wieder losgehen. „Wir wollen aber nichts überstürzen und werden frühestens am 14. Mai öffnen“, sagt Nagel. Wie vor der Coronakrise wird das Museum, das vom eigenständigen „1910 e. V.“ betrieben wird, jeweils von Donnerstag bis Sonntag zugänglich sein.

Besucher dürfen maximal zu zweit durch die Ausstellung gehen

Derzeit werden die Voraussetzungen für einen Ablauf unter den aktuellen Hygienevorschriften geschaffen. Dazu gehören Desinfektionsspender, optional Einmalhandschuhe für Besucher, Abstandsmarkierungen vor dem Eingang und die Ausstattung der Mitarbeiter mit Gesichtsmasken. Besucher dürfen maximal zu zweit durch die Ausstellung gehen, Mitarbeiter sollen darauf achten, dass es keine Gruppenbildungen gibt.

Ein großes Geschäft erwartet der Vorstand des Museumsvereins von der Wiedereröffnung der Dauerausstellung „Kiezbeben“ gleichwohl nicht. „Die Einnahmen aus den Eintrittskarten und die Personalkosten dürften sich in etwa die Waage halten“, sagt Vorstandsmitglied Sönke Goldbeck. Immerhin können so Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückgeholt werden. Die lukrativeren Einnahmequellen können hingegen vorerst noch nicht wieder sprudeln. „Uns werden zunächst weiterhin die Abendveranstaltungen, die Vermietungen unserer Räumlichkeiten und natürlich die Überschüsse aus dem Umsatz an unserer Weinbar bei den Heimspielen fehlen“, sagt Goldbeck.

Städtische Coronasoforthilfe von 20.000 Euro

Die Einbußen wurden durch die städtische Coronasoforthilfe von 20.000 Euro gemildert. Zudem nahm der „1910 e. V.“ den von der IfB gewährten Förderkredit Kultur von 150.000 Euro in Anspruch. „Dazu kam ein gutes Onlinegeschäft mit unseren Merchandising-Artikeln“, sagt Nagel. Rund 1300 Einzelteile wurden seit Mitte März abgesetzt. „Die Pakete haben durchweg Ehrenamtliche gepackt“, betont Nagel.

Corona-Hilfe: Hamburg zahlt mehr als 300 Millionen Euro aus

Gerade jetzt in der Coronakrise könne ein Besuch im Museum des Kiezclubs auch für eine persönliche Aufmunterung sorgen, meint Christoph Nagel. „Wer eine Inspiration sucht, wie man aus einer tiefen Krise wieder herauskommen kann, ist bei uns genau richtig. Der FC St. Pauli hat ja in seiner Geschichte einige Male vorgeführt, wie das geht. Insofern kann unser Museum ein Ort sein, der Menschen Hoffnung gibt“, sagt er mit einem leichten Schmunzeln, aber auch mit einem ernsten Hintergrund.

Gerade wegen Corona hat Nagel übrigens die bisher größte Gruppe durch die Ausstellung geführt. Im Rahmen der diesmal virtuellen „Langen Nacht der Museen“ am 25. April schauten sich 750 Interessierte den Livestream an. Im Nachhinein haben sogar 10.000 Personen die Führung verfolgt.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum und halten Sie Abstand von mindestens 1,50 Metern zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden
( C.H. )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: St. Pauli