Coronavirus im Fußball

Positiver Coronatest bei St. Paulis Gegner 1. FC Nürnberg

Fabian Nürnberger (l.), hier mit Jeremy Dudziak vom HSV, ist mit dem Coronavirus infiziert.

Fabian Nürnberger (l.), hier mit Jeremy Dudziak vom HSV, ist mit dem Coronavirus infiziert.

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Infizierter FCN-Profi sorgt mit dafür, dass der komplette 26. Spieltag abgesetzt wird. Karten behalten vorerst ihre Gültigkeit.

Hamburg.  Schon zur Mittagszeit war für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Freitag die Sache klar: Das für Sonntag (13.30 Uhr) angesetzte Spiel des FC St. Pauli gegen den 1. FC Nürnberg findet nicht einmal als „Geisterspiel“ statt, sondern fällt komplett aus. So verkündete es der Verband fast beiläufig auf seiner Homepage in seiner Übersicht über die Auswirkungen der Coronakrise auf den Fußball.

Anlass war die Tatsache, dass bei einem Test der kompletten FCN-Mannschaft Abwehrspieler Fabian Nürnberger, positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden war. Dem 20-Jährigen gehe es zwar gut, aber ab sofort befinde sich das gesamte Team auf Anweisung der Gesundheitsbehörde für die kommenden 14 Tage in häuslicher Quarantäne, teilte der 1. FC Nürnberg mit. Daher beantragten die Franken bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Absetzung des Spiels.

Die Nürnberger hatten ihr Team auch deshalb auf das Coronavirus testen lassen, weil es am vergangenen Wochenende gegen Hannover 96 gespielt hatte und bei den Niedersachsen in den Tagen zuvor bei zwei Spielern das Virus festgestellt worden war.

Was St. Pauli mit der Spieltagsabsage zu tun hat

Die DFL tat sich als zuständiger Liga-Verband zunächst hingegen schwerer als der DFB, so schnell die Absetzung des Spiels zwischen St. Pauli gegen Nürnberg zu verkünden. Zuvor hatte der Ligaverband allerdings im gleich gelagerten Fall von Hannover 96, dessen Team sich nach positiven Coronabefunden bei den Spielern Timo Hübers und Jannes Horn ebenfalls in Quarantäne befindet, das Spiel gegen Dynamo Dresden abgesetzt.

Kurz nach 16 Uhr erklärte sich dann das Zögern, denn die DFL setzte nicht nur das Spiel im Millerntor-Stadion ab, sondern gleich den gesamten 26. Spieltag der Ersten und Zweiten Liga. Ein Auslöser für den Sinneswandel war dabei aber auch der positive Test bei Fabian Nürnberger.

„Hintergrund ist unter anderem, dass sich im Lauf des Tages der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus im Umfeld mehrerer Clubs und von deren Mannschaften ergeben haben und weitere Infektionen nicht auszuschließen sind“, schrieb die DFL zur Begründung ihrer neuen Entscheidung.

St.-Pauli-Tickets behalten Gültigkeit

Wichtig ist dabei, dass es sich nicht um eine endgültige Absage des Spieltages, sondern eine zeitliche Verlegung des Spieltages handelt. Anders ausgedrückt: Sofern die DFL nach der selbst verordneten Pause bis zunächst Anfang April den Spielbetrieb in den beiden Bundesligen wieder aufnehmen sollte, wird der 26. Spieltag und damit auch die Partie zwischen St. Pauli und dem 1. FC Nürnberg nachgeholt.

Aus diesem Grunde modifizierte der FC St. Pauli nach Bekanntgabe der DFL-Entscheidung auch seine am Tage zuvor noch verbreiteten Informationen über das Rückgaberecht und die Erstattung der für das Nürnberg-Spiel, das ohne Zuschauer hätte stattfinden sollen, erworbenen Eintrittskarten.

Wichtigste Änderung ist, dass die Tickets zunächst einmal ihre Gültigkeit behalten, da es ja zumindest rein theoretisch möglich ist, dass dieses Spiel im Laufe des Frühjahres nachgeholt wird und dann auch wieder Zuschauer zugelassen werden. Gleiches gilt für die bereits erworbenen Karten für die weiteren Heimspiele der Saison gegen den 1. FC Heidenheim, Erzgebirge Aue und Jahn Regensburg.

St. Pauli erstattet Ticketpreise

„Zu allen ausstehenden Heimspielen behalten die Eintrittskarten somit zunächst ihre Gültigkeit, bis feststeht, wie es mit den Spielen der 2. Bundesliga weitergeht. Für den Fall, dass diese Spiele ohne Zuschauer*innen stattfinden oder eine gänzliche Absage erfolgt, so werden selbstverständlich die Eintrittskarten erstattet. Dies gilt für Tageskarten, Dauer- und Jahreskarten sowie für Saisonpakete“, schrieb St. Pauli auf seiner Homepage.

Nachdem Trainer Jos Luhukay am Mittag noch auf einer Pressekonferenz ohne Auditorium auf zuvor von den Journalisten eingereichte Fragen geantwortet und danach im Millerntor-Stadion bei einer Trainingseinheit seine Spieler auf die zu erwartende Geisterspiel-Atmosphäre eingestimmt hatte, wurden auch er und die Spieler von der Absetzung überrascht. An diesem Sonnabend trainiert die Mannschaft noch wie geplant. Anschließend wird darüber entschieden, wie es weitergeht.