Zweite Bundesliga

Für fünf Vorlagen gibt Dimitrios Diamantakos ein Gyros aus

Dimitrios Diamantakos ist im Form- und Stimmungshoch.

Dimitrios Diamantakos ist im Form- und Stimmungshoch.

Foto: Witters

Der Torjäger des FC St. Pauli hat sich seinen Stammplatz zurückerkämpft, jetzt fehlt Partner Henk Veerman.

Hamburg. Bei Torjägern ist es oft nicht so schwer, die Stimmung und Laune zu erraten. Man muss nur auf die Anzahl der erzielten Treffer schauen, der Zusammenhang ist meist offensichtlich. Dimitrios Diamantakos ist prächtig gelaunt in diesen Tagen. Und das liegt eben nicht nur an seinem Geburtstag: Er wird an diesem Donnerstag 27 Jahre alt.

Nein, es flutscht sportlich wieder beim Griechen in Diensten des FC St. Pauli. Zweimal stand er zuletzt in der Startformation, es gab zwei Siege gegen den HSV und Osnabrück, und „Dimi“ schoss gegen den VfL am Sonntag seinen siebten Saisontreffer. „Das Tor war sehr wichtig für mich“, gab er am Mittwoch zu und fügte dann noch an: „Aber das Wichtigste ist, dass die Mannschaft gewinnt.“

Überzeugende Doppelspitze mit Henk Veerman

Mit Henk Veerman hatte er in diesen beiden Partien eine überzeugende Doppelspitze gebildet mit schnellem Dauerläufer langem Prellbock. Jetzt ist Veerman verletzt, wird auf jeden Fall im Spiel am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) beim SV Sandhausen ausfallen. „Wir haben eine gute Harmonie und ein gutes Verständnis, ich hoffe, er kommt schnell zurück“, sagt Diamantakos. „Aber auch mit Boris Tashchy war es gut, und wir haben ja auch noch Viktor Gyökeres.“ Auf jeden Fall plädiert Diamantakos dafür, weiter mit Doppelspitze zu spielen: „So können wir höher pressen. Ich denke, es läuft gut.“ Aber natürlich, fügt er hinzu, sei das eine Entscheidung des Trainers.

Lektion gelernt. Die Autorität des Übungsleiters ist immer zu akzeptieren. Punkt. Beim FC St. Pauli und überall sonst. Dass ihm das manchmal nicht leichtfällt, räumt der Stürmer selbst ein. „Ich bin sehr emotional und will immer spielen. Wenn ich nicht spiele, ist das für mich nicht gut“, sagt er.

Konflikt mit Luhukay

So geriet er auch mit Luhukay in Konflikt, als der ihn in den ersten beiden Spielen des Jahres auf der Bank ließ. Er lamentierte, winkte ab, wirkte desinteressiert. „Das hat uns nicht gefallen“, erinnert sich Sportchef Andreas Bornemann. „Aber nach der Aussprache und der Maßnahme, ihn im Spiel bei Holstein Kiel gar nicht zu berücksichtigen, hat er eine gute Reaktion auf dem Platz gezeigt.“ Diamantakos möchte darüber nicht mehr sprechen, klar: „Das ist Vergangenheit. Ich habe im Training alles gegeben. Ich denke, ich habe es zuletzt gut gemacht und konnte meiner Mannschaft helfen.“

Zum Saisonende läuft sein Vertrag beim FC St. Pauli aus, jedes weitere gute Spiel, jedes weitere Tor ist deshalb auch beste Eigen-PR für ihn. Sei es für eine Vertragsverlängerung oder eben für andere Interessenten. Erste Gespräche hat sein Berater schon mit Bornemann geführt, zu melden gibt es aber noch nichts. „Wenn es gut läuft, dann würde ich gerne bleiben“, sagte er, „aber ich konzentriere mich jetzt auf die Spiele.“

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Auch die Hoffnung auf die Nationalmannschaft lebt noch, die Spiele im März in den USA „sind noch im Kopf“. Das letzte seiner fünf Länderspiele ist jedoch schon über drei Jahre her. „Wenn ich Tore schieße, kriege ich vielleicht wieder eine Einladung.“

Trotz der guten Form aber ist er dafür auf die Unterstützung der Kollegen angewiesen. So wie beim erstklassigen Pass von Marvin Knoll vor dem 3:0 gegen Osnabrück: „Zu 80 Prozent gehört das Tor ihm.“ Eine Einladung zum Dinner oder Ähnlichem gab es für diese Super-vorarbeit aber nicht. „Wenn mir einer vier oder fünf im Spiel auflegt, gebe ich auch ein Essen aus. Gyros oder was immer er will. Nur eine Vorlage reicht da nicht“, sagt Diamantakos mit einem fröhlichen Lachen. Der Stürmer ist eben prächtig gelaunt.

Luis Coordes (21) hat sich im Training am Mittwoch den Fuß verdreht und musste die Einheit­ vorzeitig beenden.