FC St. Pauli

Derbyheld Penney: "Die Kritik hat mich nicht kaltgelassen"

Matt Penney jubelt über sein fulminantes Tor zum 2:0 für St. Pauli im Derby gegen den HSV.

Matt Penney jubelt über sein fulminantes Tor zum 2:0 für St. Pauli im Derby gegen den HSV.

Foto: Witters

St. Paulis Außenverteidiger kostete den Sieg beim HSV in vollen Zügen aus – nicht nur in einem Pub. Trashtalk im nächsten Spiel?

Hamburg. Matt Penney versucht gar nicht erst zu leugnen, dass er sich seinen fulminanten Treffer im Stadtderby gegen den HSV das eine oder andere Mal angeschaut hat. "Es war mein erstes Tor im Profifußball überhaupt. Und dann in so einem großen Spiel. Das schaut man sich doch gerne an. Und ich habe das Video natürlich sofort an meine Familie und Freunde geschickt“, sagt der 22 Jahre alte Außenverteidiger des FC St. Pauli.

Zum Derby waren extra drei Kumpels aus England nach Hamburg gereist, um Penney zu unterstützen und ihm Mut zuzusprechen. "Die Jungs haben gesagt, dass ich ein gutes Spiel machen und es meinen Kritikern zeigen soll. Und am besten sollte ich noch ein Tor schießen“, sagt Penney und ergänzt mit einem Augenzwinkern. "Das hat ganz gut geklappt. Ich habe meinen Kumpels gesagt, dass sie jetzt zu jedem Spiel kommen müssen.“

Penney machte ein Irish Pub auf dem Kiez unsicher

Im Anschluss machte das Quartett von der Insel ein Irish Pub auf St. Pauli unsicher, um auf einen in vielerlei Hinsicht besonderen Tag anzustoßen. Schließlich war es keine zwei Wochen her, als Penney am Tiefpunkt angelangt war.

Spätestens nach seinem folgenschweren Ballverlust, der zum 1:1 gegen den VfB Stuttgart führte, hagelte es in den sozialen Netzwerken, bei den Fans und in den Medien massive Kritik für die Leihgabe von Sheffield Wednesday.

Von Kommentaren, in denen ihm die Zweitligatauglichkeit abgesprochen wurde, bis hin zu Zeitungsschlagzeilen, dass Penney keinen Cent wert sei, war alles dabei.

St. Paulis Derby-Coup beim HSV:

Penney spürte nach dem HSV-Tor tiefe Genugtuung

Die zum Teil berechtigte Kritik gehöre für ihn zum Profisport dazu, sagt er, doch die Wucht der Reaktionen überraschte Penney, der zum ersten Mal im Ausland spielt und kaum über Profierfahrung verfügt.

"Es ist mir nicht egal, was Menschen über mich sagen. Das hat mich nicht kaltgelassen, aber ich habe all das als Extramotivation genutzt, die Leute Lügen zu strafen. Es ist eine neue Erfahrung, die mich stärker macht“, gibt Penney offen zu. Deshalb war das Tor gegen den HSV mehr als nur ein Premierentreffer, der drei wichtige Punkte für St. Pauli im Kampf um den Klassenerhalt besiegelte.

Unmittelbar nach dem Spiel hatte Penney ein Jubelbild bei Instagram mit den Worten: „One for the haters“ – Das ist für die Hasser – gepostet: „Ja, ich spüre eine gewisse Genugtuung. Nach all den Dingen, die gesagt wurden, so ein Tor zu schießen tut wirklich gut. Selbstvertrauen macht im Fußball vieles einfacher.“

Penney erwartet Trashtalk mit Osnabrück-Profi

Deshalb genoss er es, als Derbyheld in die neue Woche zu gehen. Beim Einkaufen und auf der Straße schauten die Leute häufig zweimal hin, ob es Penney wirklich ist. "Hin und wieder wurde ich von St.-Pauli-Fans auch angesprochen und für meine Leistung gelobt. Darüber habe ich mich sehr gefreut“, sagt Penney, der weiß, dass auch Derbysieger wieder den Alltag bewältigen müssen. "Sonntag geht es aber wieder bei null los. Ich glaube aber, dass der Derbysieg eine Initialzündung für die verbleibenden Spiele sein kann“, sagt Penney mit Blick auf die Partie gegen den VfL Osnabrück.

Auf das Spiel gegen die Niedersachsen freut sich Penney seit Wochen. In Osnabrück spielt mit Verteidiger Joost van Aken (25) ein guter Freund aus gemeinsamen Zeiten bei Sheffield. "Noch hat der Trashtalk nicht begonnen, aber ich werde ihm sicher Sonnabend am Abend mal ein paar WhatsApp-Nachrichten schicken. Ich freue mich wirklich, ihn am Sonntag wiederzusehen.“