Einzelkritik

Derby-Held Penney von Kreis- zu Weltklasse, Phänomen Veerman

| Lesedauer: 2 Minuten
Alexander Berthold

Nach schwachem Beginn erkämpft sich der FC St. Pauli den Derbysieg beim HSV. Die Leistungen der Spieler in der Kritik.

Als der Schlusspfiff im Hamburger Stadtderby ertönte, stand St. Paulis Präsident Oke Göttlich vor seinem Sitzplatz und weinte. Der 2:0 (2:0)-Sieg seiner Mannschaft gegen den HSV in dessen Stadion hatte den Clubboss überwältigt. Die Spieler des Kiezclubs in der Einzelkritik:

Himmelmann: Seine besten Freunde hießen an diesem Sonnabend Latte und Pfosten. Ansonsten wenig geprüft.

Ohlsson: Ohne spektakuläre Aktionen in seinem Spiel. Das ist für einen Defensivspieler ein Kompliment.

Östigard: Der Norweger lieferte sich packende Zweikämpfe mit dem Finnen Pohjanpalo, die St. Paulis Youngster zumeist für sich entschied.

Buballa: In der Anfangsphase einmal von Jatta übertölpelt, anschließend aber ohne Fehl und Tadel.

Penney: Die ersten 15 Minuten kreisklasse, anschließend mit einem Tor der Marke Weltklasse. Ein Treffer, der ihn zu dem einen oder anderen Trick a la Zinédine Zidane animierte.

Benatelli: Laufstark? Ja! Technisch gut? Ja! Passsicher? Definitiv. Aber Kopfballstark? Nur Schiedsrichter Gräfe verhinderte sein Premierentor.

Becker (bis 34.): Dass der HSV gerade zu Beginn schalten und walten konnte, lag auch daran, dass das Talent keinen Zugriff bekam. Anschließend hatte er das 3:0 auf dem Fuß und musste anschließend aus taktischen Gründen runter.

Knoll (ab 34.): Fügte sich nahtlos im Mittelfeld ein und hatte per Kopf und Freistoß die Chance auf das dritte Tor.

Miyaichi: In der Rückwärtsbewegung besser, als mit dem Ball am Fuß. Spielte phasenweise einen zweiten Rechtsverteidiger.

Sobota (bis 90.): Sehr bemüht, die quirligen HSV-Mittelfeldspieler des HSV in den Griff zu bekommen. Das klappte richtig gut.

Flum (ab 90.): Durfte mitfeiern.

Diamantakos (bis 88.): Ekelig, griffig und immer unterwegs. Die Gelbe Karte wegen Meckerns hätte er sich aber schenken können.

Tashchy (ab 88.): Durfte sich noch Derbysieger nennen.

Veerman: Der Niederländer ist ein Phänomen. Kraftvoll wie ein Bulldozer und filigran wie ein Chirurg. Einer der Topspieler der Zweiten Liga.

Die Statistik:

HSV:
Heuer Fernandes – Beyer, Letschert, van Drongelen, Leibold – Jung – Schaub, Hunt (62. Kinsombi) – Jatta (71. Hinterseer), Pohjanpalo, Kittel (62. Harnik).

St. Pauli: Himmelmann – Penney, Östigard, Buballa, Ohlsson – Becker (35. Knoll) – Miyaichi, Sobota (90.+1 Flum), Benatelli, Diamantakos (87. Tashchy) – Veerman.

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)

Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Veerman (20.), 2:0 Penny (29.)

Gelbe Karten: – Diamantakos (2), Ohlsson (4), Veerman, Buballa (2)

Torschüsse: 19:8

Ballbesitz: 63:37 %

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: St. Pauli