Fußball

Luhukay setzt beim Stadt-Derby auf Gewinnermentalität

St. Paulis Trainer Jos Luhukay hat einen Plan für das Derby.

St. Paulis Trainer Jos Luhukay hat einen Plan für das Derby.

Foto: WITTERS / TayDucLam

St. Paulis Trainer lobt die Qualität des HSV, glaubt aber, dass wie im Hinspiel eine Überraschung möglich ist.

Hamburg. Das Stadtderby beim HSV birgt für den FC St. Pauli und seine Anhänger ohnehin genügend Brisanz in sich. Diesmal aber, beim vierten Aufeinandertreffen der beiden Stadtrivalen innerhalb von nicht einmal eineinhalb Jahren, belastet die bedrohliche Tabellensituation des Millerntorteams die Vorfreude auf das vermeintliche „Spiel des Jahres“. Im schlechtesten Fall könnte sich St. Pauli, derzeit auf Rang 14 notiert, nach diesem 23. Spieltag auf dem direkten Abstiegsplatz 17 wiederfinden.

Fokus aufs Spiel – nicht auf die Tabelle

„Unsere Spieler werden im Spiel nicht an die Tabellensituation denken. Sie werden sich fokussieren, um als Gewinner vom Platz zu gehen. Erst danach werden sie sich wahrscheinlich wieder die Tabelle anschauen“, sagte am Donnerstag St. Paulis Trainer Jos Luhukay im Hinblick auf das Derby an diesem Sonnabend (13 Uhr) im Volksparkstadion.

Er selbst hat die Situation genau im Blick und sagt treffend: „Wir könnten uns mit einem Sieg einen extrem großen Gefallen tun. Wenn man sich die Tabelle anschaut, würden uns die drei Punkte unheimlich gut zu Gesicht stehen. Wir wissen aber auch, wo wir bei einer Niederlage stehen könnten. Am Ende müssen wir es selber beeinflussen, wo wir hinterher stehen.“

Stadtrivale ein zweites Mal besiegen

Nur bedingt kann bei dem Vorhaben, zum zweiten Mal in dieser Saison den Stadtrivalen zu besiegen, das Hinspiel am 16. September 2019 (2:0) als Vorlage dienen. „Wir haben jetzt eine andere Konstellation“, sagt Luhukay. „Auf beiden Seiten wird man nicht mehr dieselbe Elf auf dem Platz haben.“ Das wird aller Voraussicht nach auf sein Team mehr als auf das des HSV zutreffen.

Aus der Startelf von vor gut fünf Monaten können sich jetzt nur Torwart Robin Himmelmann, die Abwehrspieler Sebastian Ohlsson, Leo Östigard und Daniel Buballa sowie Außenstürmer Ryo Miyaichi ziemlich sicher sein, beim Anpfiff ebenfalls auf dem Platz zu stehen.

„Diesmal haben wir eine andere Konstellation als im September. Der HSV ist stark in die Rückrunde gestartet, wir nicht. Aber Sonnabend haben wir eine neue Gelegenheit, all das, was vorher war, auszuschalten und sich auf das eine Spiel voll zu fokussieren und zu konzentrieren“, sagte Luhukay. „Solche Spiele kann man nicht an der Tabellensituation festmachen. Es sind Spiele für sich.“ Die Phrase von den eigenen Gesetzen eines Derbys vermied der St.-Pauli-Trainer auf diese Weise.

Das könnte Sie auch interessieren:

Die Basis: Leidenschaft und Gewinnermentalität

Angesichts der nicht nur von Luhukay empfundenen personellen Vorteile des HSV sind andere Qualitäten für den Außenseiter vonnöten. „Die Basis ist, absolute Leidenschaft zu zeigen und eine Gewinnermentalität auszustrahlen. Ich glaube, dass wir im Hinspiel taktisch ein gutes Match gezeigt haben.

Das haben wir gegen all die Topmannschaften ausgestrahlt und umgesetzt“, stellte St. Paulis Coach fest. Die Zahlen geben ihm recht: Aus den bisher fünf Spielen gegen Bielefeld, den HSV und Stuttgart sammelte St. Pauli acht Punkte.

Außenverteidiger Luca Zander ist trotz der am Dienstag im Training erlittenen Blessur am Sprunggelenk im Derby einsatzfähig. Dagegen ist Innenverteidiger James Lawrence, der wieder voll trainiert, noch keine Option für den 20er-Kader.