FC St. Pauli

St. Paulis Lawrence spricht über seine Herzoperation

Der walisische Innenverteidiger James Lawrence ist als Leihspieler des RSC Anderlecht beim FC St. Pauli.

Der walisische Innenverteidiger James Lawrence ist als Leihspieler des RSC Anderlecht beim FC St. Pauli.

Foto: WITTERS

Der walisische Inneverteidiger hatte einen Organfehler. Jetzt steht er nach seiner Knieoperation vor dem Comeback.

Hamburg. Seit zwei Tagen mischt James Lawrence im Teamtraining des FC St. Pauli zumindest teilweise wieder mit – „aber noch ohne Kontakt“, wie es der Innenverteidiger und walisische Nationalspieler formuliert. Hinter dem 27-Jährigen liegt eine Knieoperation, die wegen anhaltender Beschwerden unabdingbar geworden war.

„Es war schwer für mich, dass ich unserem Team vor der Winterpause und auch jetzt noch nicht helfen konnte und kann. Das Gute aber ist, dass dazwischen die Winterpause war und ich nicht so viele Spiele verpasst habe“, sagt Lawrence. „Ich fühle mich gut, bisher zeigt das Knie keine negativen Reaktionen“, berichtet er weiter. „Ich habe auch keine Angst vor schnellen Bewegungen und Ballkontakten.“

Als 18-Jähriger hatte er einen Eingriff am Herzen

Wann er wieder sein Comeback in einem Punktspiel geben kann, ist allerdings noch offen. Das Stadtderby am 22. Februar beim HSV sei ein lohnendes Ziel. Vermutlich aber kommt dieses brisante Match doch noch zu früh.

Die Zuversicht, die Lawrence nach seiner Knieoperation ausstrahlt, hängt wohl auch damit zusammen, dass er sich als 18-Jähriger einem Eingriff am Herzen unterziehen musste. „Von Geburt an war eine Herzwand zu dick und drückte auf den Sinusknoten, der den Herzschlag reguliert. Dies verursachte, dass mein Puls bei intensiver Belastung von 180 plötzlich auf 240 Schläge pro Minute sprang“, erzählt er.

Herzoperation verlief erfolgreich

Als dieses Phänomen beim Aufwärmen vor einem Auswärtsspiel mit dem Jugendteam von Ajax Amsterdam auftrat, ließ ihn der Trainer nicht mehr spielen. Bei der nötigen Operation, bei der eine Kamera und ein Laserwerkzeug über die Leiste eingeführt wurden, konnte das Problem behoben werden.

„Ein Mitspieler hatte damals ein ähnliches Problem. Er konnte aber nicht operiert werden und musste mit Fußball aufhören. Da habe ich mir Sorgen gemacht, aber die Ärzte sagten mir, ich hätte eine sehr gute Chance, dass der Eingriff erfolgreich sei“, berichtet Lawrence heute.

Sieht Lawrence eine Zukunft bei St. Pauli?

So sei es gekommen, was es ihm leicht macht, über diese spezielle Erfahrung zu sprechen. Dies wird er am 26. Februar im Cardiologicum in Wandsbek bei einer Veranstaltung von „Jemah e.V.“ zum Thema „Profisport mit angeborenem Herzfehler“ ausführlich tun.

Noch gibt Lawrence seine Interviews in seiner Heimatsprache. Auf die Frage, wann er sich sein erstes Mediengespräch auf Deutsch zutraut, sagt er: „In sechs oder acht Monaten.“ Gibt es also eine Zukunft für ihn bei St. Pauli nach Ende seines Leihvertrages am 30. Juni? „Die Entscheidung steht noch nicht im Fokus. Ich will erst wieder richtig fit werden, die Saison gut zu Ende spielen und möglichst an der EM teilnehmen“, sagt er zurückhaltend – und fügt offensiv an: „Ich liebe diesen Club und genieße die Zeit hier sehr.“ Immerhin enthält sein Leihvertrag eine Kaufoption.