Einzelkritik St. Pauli

Debütant Benatelli war auf Anhieb einer der Stärksten

Miayichi und Veerman wirbeln, Penney fällt kurz nach dem Brexit ab. St. Paulis Profis nach dem 1:1 gegen Stuttgart in der Einzelkritik.

Hamburg. Gegen den VfB Stuttgart hat der FC St. Pauli einen weiteren Heimsieg gegen einen Favoriten der Zweiten Fußball-Bundesliga nur knapp verpasst. Hier sind die Spieler des Kiezclubs nach dem 1:1 (0:0) in der Einzelkritik.

Robin Himmelmann: Bewahrte sein Team kurz vor der Pause mit einem Reflex vor dem Rückstand, als er Klements Kopfball an die Latte lenkte. Beim Gegentor machtlos, ansonsten aufmerksam und ohne Wackler.

Sebastian Ohlsson: Solider als Luca Zander auf der Rechtsverteidiger-Position in Fürth. Hatte aber erhebliche Probleme mit dem Tempo des eingewechselten Wamangituka.

Leo Östigard: Sichere Vorstellung des Innenverteidigers, der zusammen mit Buballa den prominenten Gomez meist im Griff hatte.

Daniel Buballa: Warf sich in die Torschüsse der Stuttgarter und lief bei Steilpässen seine Gegenspieler regelmäßig ab.

Matthew Penney: 13 Stunden nach dem Brexit war der Engländer mit Abstand schwächster St.-Pauli-Spieler. Es war kein Zufall, dass er mit einem Ballverlust das Gegentor einleitete. Seinen Pässen nach vorn fehlte es an Richtung und Timing. Wie sein Land schien er sich irgendwie aus der Gemeinschaft verabschiedet zu haben.

Johannes Flum (bis 77.): Brachte ins defensive Mittelfeld die nötige Stabilität. Obwohl er früh Gelb gesehen hatte, traute er sich weiter Zweikämpfe zu, die zu Balleroberungen führten.

Christopher Buchtmann (ab 77.): Verpasste es, nach Zuspiel von Miyaichi St. Paulis zweiten Treffer zu erzielen.

Rico Benatelli: Nicht nur Trainer Luhukay sah in ihm einen der stärksten Spieler seines Teams. Er belohnte sich selbst dafür, dass er immer an seine Chance geglaubt und nie aufgegeben hat.

Ryo Miayichi: Der schnelle Flügelstürmer hätte zum Helden des Spiels werden können, wenn er seine Chancen konsequenter genutzt hätte. So blieb an Zählbarem nur seine tolle Vorarbeit zum 1:0.

Waldemar Sobota (bis 90.+3): Setzte einige offensive Akzente und präsentierte sich auch körperlich robuster als zuletzt in Fürth.

Philipp Ziereis (ab 90. +3): Half noch mit, Stuttgarts letzten Eckball zu verteidigen.

Viktor Gyökeres: Sprintete immer wieder den tief gespielten Bällen hinterher und war somit potenziell gefährlich – leider nur potenziell, denn seine Schüsse waren harmlos.

Henk Veerman (bis 83.): Stuttgarts Innenverteidiger Karazor klammerte und zerrte immer wieder an ihm herum, wenn er lang angespielt wurde. Der 2,01-Meter-Mann ließ sich davon nicht entmutigen und düpierte bei seinem Tor zum 1:0 gleich zwei Gegenspieler mit einer flinken Drehung, die man einem Riesen wie ihm kaum zutrauen mag. Zudem setzte der Niederländer auch Miyaichi oft in Szene.

Borys Tashchy (ab 83.): Hatte keine nennenswerte Szene mehr.