FC St. Pauli

Nur Dudziak, Hoogma und Schneider fanden ihr Glück

Justin Hoogma (M.) wird für sein erstes Saisontor umarmt.

Justin Hoogma (M.) wird für sein erstes Saisontor umarmt.

Foto: FC Utrecht v Feyenoord Rotterdam via www.imago-images.de / imago images/VI Images

Die Bilanz der Spieler, die den FC St. Pauli vor einem halben Jahr verließen, ist durchwachsen. „Fußballgott“ Meier traf nur einmal.

Hamburg.  Gleich zehn Spieler verließen den FC St. Pauli am Ende der vergangenen Saison und erlebten die sportliche Berg- und Talfahrt ihrer ehemaligen Teamkollegen nur noch aus der Ferne. Doch wie erging es ihnen selbst im vergangenen halben Jahr? Nur die wenigsten konnten sich verbessern und fanden ihr Glück, wie die folgende Übersicht zeigt.


Jeremy Dudziak: Dem vielseitig einsetzbaren Linksfuß gelang es, sich von den Schmähungen über seinen Wechsel zum Lokalrivalen nicht beirren zu lassen und sich beim HSV einen Stammplatz zu erkämpfen. 17 Liga-Einsätze (1179 Minuten) mit zwei Treffern und einer Torvorlage sind ein klarer Beleg dafür. Auch in finanzieller Hinsicht gibt es für den 24-Jährigen keinen Grund, seinen Wechsel zu bereuen.

Sami Allagui: St. Paulis Spitzenverdiener der beiden vergangenen Spielzeiten kam in Belgien bei Royal Excel Mouscron unter, wo er unter Trainer Bernd Hollerbach zwölf von 21 Ligaspielen (770 Minuten) bestritt, in denen der Stürmer nur zwei Tore und einen Assist verbuchte. Sein Team ist derzeit Neunter unter 16 Teams in der Jupiler Pro League.

Richard Neudecker: Ins Nachbarland Niederlande verschlug es den Mittelfeldspieler nach vier Jahren bei St. Pauli. Für den Erstligisten VVV-Venlo kam der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler auf 15 Einsätze (918 Minuten) mit vier Torvorlagen. Allerdings steckt sein Team als Tabellen-16. von 18 Teams in Abstiegsgefahr.

Jan-Marc Schneider: Der Stürmer wechselte ablösefrei zum Zweitliga-Konkurrenten SSV Jahn Regensburg, der mit fünf Punkten mehr auf dem Konto und um vier Plätze besser als St. Pauli überwintert.

Schneider kam auf neun Spiele (412 Minuten) und zwei Tore. „Ich habe mich hier sehr gut und auch schnell eingelebt“, sagt Schneider, der einen Vertrag bis Juni 2021 beim Jahn besitzt.

Brian Koglin: Der Defensivspieler bestritt für den Zweitligaabsteiger 1. FC Magdeburg 16 von 20 möglichen Spielen und blieb dabei ohne Torbeteiligung. Als Tabellen-Zwölfter ist für sein Team der Wiederaufstieg derzeit unrealistisch.

Alexander Meier: Nach seinem knapp halbjährigen Intermezzo bei St. Pauli dauerte es bis zum 20. September, ehe der Mittelstürmer in Australien einen neuen Arbeitgeber fand. Für die Western Sydney Wanderers war der 36 Jahre alte „Fußballgott“ in allen elf möglichen Spielen im Einsatz (636 Minuten), konnte sich aber bisher nur jeweils einmal über einen Treffer und eine Torvorlage freuen. Sein Team gewann zuletzt nur eines von acht Spielen und steht auf Platz sechs bei elf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Sydney FC.

Justin Hoogma: Der vor einem Jahr als Ersatz für Kreuzband-Patient Philipp Ziereis ausgeliehene Innenverteidiger musste im Sommer zurück zur TSG Hoffenheim, die den 21-Jährigen für ein Jahr an den niederländischen Erstligisten FC Utrecht verlieh. Hier ist Hoogma Stammspieler, stand in 17 von 18 möglichen Spielen in der Startelf des aktuellen Tabellensiebten und erzielte vor einer Woche sein erstes Tor.

Korbinian Müller: Der Torwart hat im Grunde nur eine kurze Pause eingelegt. Nach seinem Abschied am Ende der vergangenen Saison hakte er das Thema Profifußball zunächst ab, konzentrierte sich auf sein Studium, ehe St. Pauli ihn am 8. Oktober als Ersatz für den an der Schulter verletzten Svend Brodersen zurückholte. Trainer Jos Luhukay schenkte ihm einen Einsatz im DFB-Pokal gegen Eintrachts Frankfurt.

Maurice Litka: Der offensive Außenbahnspieler, der in der vergangenen Saison an den KFC Uerdingen verliehen war, wechselte im Sommer ablösefrei zum Drittliga-Konkurrenten Preußen Münster und kam dort bisher auf 15 Einsätze (796 Spielminuten) mit zwei Treffern und einer Torvorlage. Als Tabellen-19. schwebt der erste Bundesliga-Gegner des HSV in Abstiegsgefahr.

Jakob Münzner: Der Mittelfeldspieler, der ein Jahr zum Profikader gehörte, spielt seit Sommer fest in St. Paulis U-23-Team und kam in der Regionalliga Nord auf 17 Einsätze (1119 Minuten) und eine Torvorlage.

Zu den Abgängen zählt zudem Cenk Sahin, dessen Vertrag nach seinen Posts zur türkischen Militäroffensive aufgelöst wurde. Vom 1. Januar an kann der Außenstürmer andernorts einen neuen Vertrag unterschreiben.