Zweite Liga

St. Pauli siegt bärenstark – und liefert Freudentänze

St. Paulis Henk Veerman (l.) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0 neben Victor Gyökeres.

St. Paulis Henk Veerman (l.) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0 neben Victor Gyökeres.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Henk Veerman und Viktor Györkeres trumpfen im ausverkauften Millerntorstadion auf. Das sagt Buballa über die Rückrunde.

Hamburg.  Die Spieler des FC St. Pauli genossen ihre Ehrenrunde nach ihrem höchsten Saisonsieg in vollen Zügen. Es schien, als wollten sie am liebsten gar nicht mehr aufhören, sich am Zaun mit den Fans abzuklatschen. Der in dieser Form völlig unerwartete 3:0 (2:0)-Triumph gegen den Zweitliga-Tabellenführer Arminia Bielefeld war aber endlich auch einmal wieder ein Anlass, der zu Freudentänzen allen Anlass gab.

Allen voran waren Doppeltorschütze Henk Veerman und Viktor Gyökeres, der den dritten Treffer erzielte, die gefeierten Helden des Tages. Schon eine Woche zuvor beim 3:1 gegen Wiesbaden hatten die beiden die Treffer erzielt. Da hatte Gyökeres doppelt getroffen.

St. Pauli auf elftem Tabellenplatz

Die Kiezkicker verbesserten sich durch diesen fünften Saisonsieg und dem zweiten Erfolg in Folge vorerst auf den elften Tabellenplatz.

Von diesem können sie an diesem Sonntag aber noch vom VfL Bochum verdrängt werden. „Es gab in dieser Saison bisher einige Höhen und Tiefen für uns. Zwischendurch waren wir ein bisschen vom Weg abgekommen. Da stimmten die Ergebnisse nicht, und wir haben auch unseren Fußball nicht mehr gespielt. Gegen Wiesbaden haben wir die Wende eingeleitet, und heute hat die Mannschaft eine souveräne Leistung gezeigt. Auch wenn es der Tabellenführer war, haben wir nie einen Zweifel daran gelassen, das wir dieses Spiel gewinnen wollen und nicht auf Unentschieden spielen. Wir haben uns gegenseitig geholfen und durch die Bank als Mannschaft funktioniert“, sagte Kapitän Daniel Buballa. „Wenn wir diesen Spirit nach der Winterpause weiter an den Tag legen, mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Vielleicht ist es jetzt sogar etwas schade, dass wir jetzt eine Pause haben“, sagte er weiter.

Treffer von Veerman in der dritten Minute

Schon in der dritten Minute ging St. Pauli durch einen Kopfball von Veerman in Führung. Er verwertete eine gute Flanke von Waldemar Sobota nach einer kurz ausgeführten Ecke. Der 2,01 Meter lange Niederländer musste bei der Aktion noch nicht einmal richtig hochspringen. Bereits 22 Minuten später ließ er seinen zweiten Treffer folgen, als er bei einem Konter von Gyökeres bedient wurde und den Ball aus vollem Lauf fulminant ins Netz setzte.

Die Profis des FC St. Pauli in der Einzelkritik

Als schließlich Gyökeres, von Ryo Miyaichi angespielt, in der 54. Minute mit einem gezielten Flachschuss das 3:0 erzielt hatte, war das Spiel so gut wie entschieden, obwohl die Bielefelder nie aufgaben und deren Stürmer Andreas Voglsammer noch den Pfosten traf (87.). „Wenn wir uns weiterhin gegenseitig so pushen und so zusammenhalten, werden wir noch eine geile Rückrunde spielen“, sagte Kapitän Buballa weiter, der sich bei seinem Comeback nach sechswöchiger Pause in der 51. Minute gegen Philipp Ziereis auswechseln ließ. „Das war mehr eine Vorsichtsmaßnahme, aber mein linker Oberschenkel hatte noch nicht wieder die Power wie der rechte“, sagte er.

St. Pauli siegt verdient

Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus, dessen Team die erste Auswärtsniederlage der Saison erlitt, sprach von einem „ verdienten Sieg“ für St. Pauli. „Wir sind unglaublich froh. Es hat uns sehr geholfen, dass wir bei unseren ersten Chancen sehr effektiv waren“, sagte St. Paulis Trainer Luhukay, der aber auch einräumte, besonders vor der Halbzeitpause ein bisschen Glück gehabt zu haben, als Bielefeld stärker aufgekommen war. „Insgesamt war es eine Top-Leistung meiner Mannschaft, die heute ein starkes Kollektiv war. Dieses Spiel gibt uns eine Bestätigung. Wenn wir weiter so effektiv sind und wir alle Spieler wieder zur Verfügung haben, sieht die Zukunft für den FC St. Pauli richtig gut aus. Wir werden aus dieser Mannschaft noch viel herausholen können“, sagte Luhukay weiter. „Ich freue mich, dass wir mit einem so guten Gefühl in die Winterpause gehen und Weihnachten feiern können.“