Pyrotechnik

Auch St. Pauli legt Einspruch gegen Rekordstrafe ein

St. Paulis Präsident Oke Göttlich ist mit der Rekordstrafe gegen seinen Club nicht einverstanden.

St. Paulis Präsident Oke Göttlich ist mit der Rekordstrafe gegen seinen Club nicht einverstanden.

Foto: Ha / Mark Sandten

Die beiden Hamburger Fußballvereine sollen zusammen eine Strafe von 430.000 Euro zahlen – deutlich mehr als erwartet.

Hamburg.  Mehr als eine Woche stand die Strafe des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gegen den FC St. Pauli in Höhe von 180.000 Euro wegen des Abbrennens von Pyrotechnik im Stadtderby gegen den HSV am 16. September im Raum, ohne dass sich der Verein dazu äußerte. Am Mittwoch wurde auf Nachfrage bestätigt, dass sich der Millerntor-Club gegen das vom DFB-Kontrollausschuss verhängte Rekordstrafmaß wehrt und fristgerecht Einspruch erhoben hat. Daher muss sich jetzt das Sportgericht des DFB mit dem Fall befassen.

Auch wenn sich vom FC St. Pauli mit Hinweis auf das laufende Verfahren kein Offizieller zu den Gründen des Einspruchs äußern will, ist offenkundig, dass die Vereinsführung vor allem mit der Höhe der Geldstrafe nicht einverstanden ist. Tatsächlich liegt der aufgerufene Betrag um 80.000 Euro höher als die Strafe, die St. Pauli in der vergangenen Saison für die exzessiven Pyro-Vergehen einiger Fans beim Derby gegen den HSV im März zahlen musste.

Im Vergleich zu den Vorfällen vor rund neun Monaten wurde im September aus beiden Fanlagern weit weniger Pyrotechnik abgebrannt. Zudem musste Schiedsrichter Sven Jablonski das Spiel nur einmal zu Beginn der zweiten Halbzeit unterbrechen. Im März hatte sich Schiedsrichter Felix Brych noch gezwungen gesehen, das Derby viermal zu unterbrechen, einmal hatte er beide Teams sogar in die Kabine geschickt.

HSV soll 250.000 Euro zahlen

Der DFB-Kontrollausschuss hat jetzt offenbar deshalb 180.000 Euro an Strafe festgelegt, weil es sich um eine Wiederholungstat nach nur etwas mehr als sechs Monaten gehandelt hat.

Der HSV hatte schon einige Tage früher als jetzt St. Pauli bekannt gegeben, Einspruch gegen das Strafmaß des Kontrollausschusses eingelegt zu haben. Gegen den Zweitliga-Tabellenzweiten war sogar eine Geldstrafe in Höhe von 250.000 Euro verhängt worden.

Wie jetzt die „Sport Bild“ berichtet, hat sich der HSV den Unmut der Führung der Deutschen Fußball Liga (DFL) für seinen Vorstoß zugezogen, das kon­trollierte Abbrennen von sogenannter kalter Pyrotechnik im Rahmen eines Ligaspiels zu testen. Laut dem Bericht gab es einen Anruf von DFL-Aufsichtsrats­chef Peter Peters beim HSV-Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann. In dem Gespräch sei dem HSV-Chef mitgeteilt worden, dass sich der Verein aus DFL-Sicht zum völlig falschen Zeitpunkt mit dem Gedanken beschäftige, kontrolliert kalte Pyrotechnik abzubrennen.

Laut „Sport Bild“ sollen die Hamburger beim Fußball-Verband eine Genehmigung für eine eigene Pyro-Choreografie beim Heimspiel gegen den Karlsruher SC (8. Februar 2020) beantragt haben. Nach Abendblatt-Informationen ist diese Behauptung falsch. Der HSV habe nach wie vor keine Ausnahmegenehmigung beantragt. „Unser Ziel ist es, so eine Aktion noch in dieser Saison hinzubekommen“, hatte der HSV-Fanbeauftragte Cornelius Göbel hingegen kürzlich im Abendblatt-Podcast „HSV – wir müssen reden“ gesagt.