Zweite Bundesliga

Video-Wirrwarr bei St. Paulis Remis gegen Nürnberg

Nach dem 0:1 gegen St. Pauli beschwerten sich Nürnbergs Profis bei Schiedsrichter Lasse Koslowski über mangelnde Abstimmung mit seinem Assistenten Henry Müller.

Nach dem 0:1 gegen St. Pauli beschwerten sich Nürnbergs Profis bei Schiedsrichter Lasse Koslowski über mangelnde Abstimmung mit seinem Assistenten Henry Müller.

Foto: Witters

Wilde Proteste nach dem 1:0 durch Viktor Gyökeres. Ehemaliger "Club"-Coach macht allerdings seinem früheren Team Vorwürfe.

Nürnberg. Die endlose Diskussion um den Videobeweis: Auch beim Auswärtsspiel des FC St. Pauli in der Zweiten Fußball-Bundesliga beim 1. FC Nürnberg (1:1) standen am Sonntag die Schiedsrichter im Stadion sowie ihre Video-Kollegen im Kölner Keller im Mittelpunkt.

Was war passiert? In der Entstehung des Treffers zum 1:0 für die Hamburger in der 23. Minute hatte Assistent Henry Müller beim Zuspiel auf Vorlagengeber Sebastian Ohlsson die Fahne gehoben.

Schiedsrichter gibt den Treffer erst nicht

Ungeachtet der vermeintlichen Abseitsstellung ließ Schiedsrichter Lasse Koslowski (Berlin) weiterspielen; Ohlsson passte auf der rechten Seite flach nach innen, wo schließlich Viktor Gyökeres mit seinem zweiten Saisontreffer ins rechte Toreck vollendete.

Erst dann machte Koslowski Anstalten, den Treffer nicht geben zu wollen. Wenige Sekunden später allerdings ein Signal von Video-Assistent Robert Kempter aus Köln mit dem Hinweis, dass St. Paulis Ohlsson sich definitiv nicht im Abseits befunden hatte.

Lesen Sie auch:

Nürnberger Profis protestieren

Daraufhin zeigte Koslowski dann doch noch in Richtung Anstoßpunkt. Während St. Paulis Trainer Jos Luhukay sein anfängliches Kopfschütteln einstellen konnte, wüteten dafür plötzlich die Nürnberger los.

Ihrer Ansicht nach hätte der Treffer nicht zählen dürfen, da Linienrichter Müller seine Fahne nach oben gerissen hatte. "Das Problem geht beim Assistenten los, er muss einfach warten", urteilte der ehemalige "Club"-Trainer Michael Köllner bei Sky.

Köllner: "Zum Glück zählt der Treffer"

Dennoch machte er auch seinen ehemaligen Spielern den Vorwurf, teilweise nicht konzentriert zu Ende gespielt zu haben. "Zum Glück hat es doch noch gezählt, Nürnberg hätte das einfach besser verteidigen müssen", sagte Köllner.

In der zweiten Hälfte agierten die "Clubberer" dann zumindest offensiv zielstrebiger – Kapitän Hanno Behrens markierte in der 51. Minute nach einer unfreiwilligen Vorlage von St. Paulis Waldemar Sobota den Ausgleich. Davor und danach rettete St. Paulis Schlussmann Robin Himmelmann mehrfach glänzend.

St. Paulis zweiter Treffer – diesmal Abseits

Kurios: Eine knappe Viertelstunde später lief es auf der Gegenseite umgekehrt wie in der ersten Halbzeit. Nach Vorarbeit von Matthew Penney drosch Mats Möller Daehli den Ball zur mutmaßlich erneuten Führung unter die Latte (66.).

Der Norweger sprang jubelnd in Richtung Gästekurve, doch diesmal wurde er von Koslowski zurückgepfiffen. Penney war nach seinem Pass in den Fünfmeterraum durchgelaufen und hatte dort Nürnbergs Torhüter Christian Mathenia im Abseits stehend entscheidend die Sicht versperrt. In der Nachspielzeit hatte der eingewechselte Borys Tashchy dann noch die Riesengelegenheit zum Lucky Punch, scheiterte aber an Mathenia.

So blieb es beim Remis, durch das der Kiezclub mit 13 Punkten auf Platz fünf oder sechs (Osnabrück könnte durch einen Sieg im Montagsspiel gegen Arminia Bielefeld noch vorbeziehen) in die Länderspielpause geht. "Ich glaube, das Unentschieden geht am Ende in Ordnung", sagte St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann.