Zweite Liga

Tashchy fühlt sich fit für sein Heimdebüt beim FC St. Pauli

Boris Tashchy (26) kam vom MSV
Duisburg nach Hamburg.

Boris Tashchy (26) kam vom MSV Duisburg nach Hamburg.

Foto: Witters

Der lange verletzte Stürmer des FC St. Pauli könnte für den angeschlagenen Topscorer Diamantakos auflaufen.

Hamburg.  Boris Tashchy ist ein Mann, der grundsätzlich versucht, aus allen Situationen das Beste zu machen. Da überraschte es nicht, dass er genau wusste, was er nach dem Training am Vormittag mit dem Rest des grauen, tristen und verregneten Mittwochs anfangen wird. „Ich werde zu Hause „Fifa 20“ auf der Playstation spielen. Eigentlich zocke ich nicht so oft, aber das Spiel ist gestern rausgekommen“, kündigte der Stürmer des FC St. Pauli an.

Seit dem vergangenen Wochenende kann der Ukrainer auch endlich wieder abseits der virtuellen Welt auf der Spielkonsole das machen, was er so sehr liebt: mit seinen Mitspielern in der Zweiten Liga auf Punktejagd gehen. Am Sonntag wurde der 26-Jährige beim 1:1 beim VfL Osnabrück für 28 Minuten einwechselt. Für Tashchy das Saisondebüt am siebten Spieltag. „Meine Leistung war nicht super, nicht schlecht, aber sie war in Ordnung. Ich war sehr froh, endlich wieder auf dem Platz zu stehen und meiner Mannschaft wieder helfen zu können“, erklärt der ehemalige Duisburger, der eigentlich vom ersten Tag an beim Kiezclub der Pechvogel war. In den ersten Tagen des Trainingslagers zog sich Tashchy einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zu. Eine ähnliche Verletzung, hatte er bereits während seiner Zeit beim MSV Duisburg erlitten.

Geduld beweisen

„Ich habe aus der Situation damals gelernt“, glaubt der Stürmer: „Damals lief es mit der Mannschaft nicht so gut, und ich wollte so schnell wie möglich wieder dabei sein. Deshalb wusste ich, dass ich dieses Mal Geduld beweisen muss“, ergänzt der St.-Pauli-Profi, der aber kein Geheimnis daraus macht, dass ihn die Verletzung mächtig nervte. So sehr, dass er sich auch schwertat, sich in seiner neuen Heimat einzuleben. „Wie schön das Privatleben ist, hängt auch maßgeblich mit dem Fußball zusammen. Wenn du auf dem Platz happy bist und es beim Team gut läuft, ist alles perfekt; wenn es schlecht läuft, ist einfach alles schlecht. Aber diese Phase habe ich überlebt“, gibt Tashchy einen kleinen Einblick in sein Seelenleben.

Mittlerweile ist die gute Laune beim Torjäger zurück. Tashchy ist beschwerdefrei, macht im Training einen spielfreudigen und körperlich guten Eindruck. Gut möglich, dass er bereits am Sonntag (13.30 Uhr) im Heimspiel gegen den SV Sandhausen sein Startelfdebüt für den Kiezclub feiert. Vor allem weil der bisher so starke Mittelstürmer Dimitrios Diamantakos (26), der mit vier Toren und zwei Vorlagen St. Paulis Topscorer ist, wegen Adduktorenproblemen auch am Mittwoch nicht mit der Mannschaft trainieren konnte. „Ich fühle mich fit. Wenn der Trainer mich fragen sollte, ob ich mich bereit fühle, würde ich sagen: Ja!“, sagt Tashchy.

Kampfansage an Diamantakos

Eine Kampfansage an Diamantakos, betont Tashchy, sollen diese Worte nicht darstellen. Im Gegenteil. Der Respekt vor dem Griechen ist riesig. „Er ist super drauf. Als ich verletzt war, habe ich mich für ihn gefreut, dass er stark gespielt hat“, lobt Tashchy. „Für ein Team ist ein gesunder Konkurrenzkampf immer gut. Bald kommt auch noch Henk Veerman zurück. Wir sind aber alle unterschiedliche Spielertypen und kommen sehr gut miteinander aus“, beschreibt der Mittelstürmer das Betriebsklima.

Doch bei aller Freundschaft: Tashchy merkt man an, wie sehr er darauf brennt, die verlorene Zeit während der Verletzung aufzuholen. Bislang blieb es dem Offensivspieler verwehrt, als Teil der Heimmannschaft am Millerntor zu spielen. „Ich habe richtig Lust. Die Stimmung und das Stadion sind unfassbar. Dort zu gewinnen ist sicher richtig geil. Wenn ich spielen darf, werde ich bis zum letzten Prozent alles auf dem Platz lassen“, verspricht Tashchy und verabschiedet sich Richtung Playstation. Womöglich, um einige Spielzüge vor seinem Heimspiel-Debüt einzuüben ...