Als Veerman-Ersatz

Leistungsbezogener Vertrag: St. Pauli holt Alex Meier zurück

Einen Tag vor seinem 36. Geburtstag unterschreibt der Stürmer bis Saisonende. Doch kann er Top-Scorer Veerman wirklich ersetzen?

Hamburg. Der Fußball-Gott kehrt zurück ans Millerntor! Der FC St. Pauli hat Ersatz für seinen schwer am Knie verletzten Torjäger Henk Veerman gefunden. Wie schon seit Tagen erwartet, kehrt Alexander Meier nach Hamburg zurück. Der Stürmer, dessen Vertrag bei Eintracht Frankfurt im Sommer nach 14 Jahren nicht verlängert worden war, kommt ablösefrei zum Kiezclub. Der bei den Fans beliebte Meier erhält zunächst einen leistungsbezogenen Vertrag bis zum 30. Juni 2019 – sowie die Rückennummer Neun.

„Alex erfüllt das von uns erstellte Anforderungsprofil“, sagte St. Paulis Sportchef Uwe Stöver zu der Nachverpflichtung. „Es ist schön, dass er als Ex-St. Paulianer zurück ans Millerntor kommt.“

Auch Trainer Markus Kauczinski freut sich über die Verpflichtung des am 17. Januar 36 Jahre alt werdenden Routiniers: „Allein, dass es Alex gereizt hat, noch einmal für St. Pauli zu spielen, spricht für ihn. Wir bekommen einen Angreifer mit sehr viel Erfahrung. Alex verkörpert einen Stürmertypen, den wir so noch nicht im Kader haben.“ Beim Trainingsauftakt am Sonntag stand Meier erstmals wieder mit den Braun-Weißen auf dem Platz. Viel umjubelt von deutlich mehr Zuschauern als gewohnt.

Meier, ehemaliger Torschützenkönig der Bundesliga, erinnert sich gern an seine erste Zeit beim FC St. Pauli und blickt optimistisch in die laufende Saison: "Ich habe hier den Sprung ins Profigeschäft geschafft. Ich habe den Club seitdem immer verfolgt und habe in dieser Saison eine absolut positive Entwicklung festgestellt. Ich bin überzeugt, dass wir diesen positiven Weg auch in der Rückserie weiter gehen können."

Kann Meier Veerman sportlich ersetzen?

Ob Meier Top-Scorer Veerman (sechs Tore, fünf Vorlagen) auf Anhieb ersetzen kann, darf allerdings bezweifelt werden. Mit 1,96 Meter ist Meier zwar nur drei Zentimeter kleiner als der Niederländer und erfüllt damit das wichtigste Kriterium der Clubbosse, doch dem Torjäger mangelt es seit nunmehr zwei Jahren an Spielpraxis. Sein letztes Spiel über 90 Minuten bestritt Meier am 5. Februar 2017 im Trikot der Eintracht. Seitdem zwangen ihn immer wieder Verletzungen zu längeren Pausen.

Wegen einer Knöchel-Operation nach einem Urlaubsunfall beim Joggen in den USA verpasste er nahezu die komplette vergangene Saison. Seine einzigen drei Spielminuten sammelte der Angreifer am vorletzten Spieltag beim Frankfurter Heimspiel gegen den HSV (3:0). Die kurze Zeit reichte ihm für ein Tor gegen seinen Ex-Verein. Seit einem halben Jahr ist Meier arbeitslos und hielt sich in diesem Zeitraum privat fit.

Schon seit Tagen Spekulationen um mögliche Meier-Rückkehr

Der in Buchholz in der Nordheide geborene Angreifer ist ein alter Bekannter, er wurde schon seit ein paar Tagen mit dem FC St. Pauli in Verbindung gebracht. Meier hat schon von 2001 bis 2003 für die Hamburger gespielt, für die er in 25 Spielen sieben Tore erzielte. Danach wechselte er zum Lokalrivalen HSV, wo er sich aber nicht durchsetzen konnte. In Frankfurt lief es dann wesentlich besser: Dort brachte es Meier in 336 Punktspielen auf 119 Treffer.

Beim Kiezclub soll Meier den Niederländer Veerman ersetzen. Der 27-Jährige hatte im letzten Punktspiel vor der Winterpause gegen den 1. FC Magdeburg (4:1) einen Riss des vorderen Kreuzbandes und des Außenbandes im rechten Knie sowie der langen Bizepssehne erlitten. Veerman wurde schon operiert, fällt aber für den Rest der Saison und voraussichtlich auch weite Teile der kommenden Hinrunde aus.