FC St. Pauli

Der Veerman-Ersatz könnte aus der Bundesliga kommen

Tim Kleindienst ist beim SC Freiburg derzeit nur zweite Wahl.

Tim Kleindienst ist beim SC Freiburg derzeit nur zweite Wahl.

Foto: imago/Beautiful Sports

Bei St. Paulis Suche nach einem neuen Sturmriesen kristallisieren sich zwei Kandidaten heraus. Einen wollte auch mal der HSV.

Hamburg.  Das Smartphone steht in diesen Tagen selten still bei Uwe Stöver. Der Sportchef des FC St. Pauli sucht intensiv einen adäquaten Ersatz für Topstürmer Henk Veerman, der sich am vergangenen Sonnabend im letzten Punktspiels Jahres 2018 gegen den 1. FC Magdeburg (4:1) eine schwere Knieverletzung zugezogen hatte, bereits operiert wurde und in dieser Saison nicht mehr wird spielen können.

Dabei geht es keinesfalls nur um einem quantitativen Ersatz, also nur um ein Wiederauffüllen des Kaders. Mit seiner Körpergröße von 2,01 Metern ist Veerman ein Stürmertyp, von dem St. Pauli keinen zweiten in seinem Kader hat – und auch nicht im eigenen Nachwuchs. Überhaupt sind torgefährliche und technisch gut ausgebildete Angriffsspieler von mehr als 1,90 Metern nicht gerade massenweise vorhanden.

„Wir checken unter anderem noch einmal die Stürmer, die wir über einen längeren Zeitraum beobachtet und bereits in der Transferperiode im Sommer neben Henk Veerman als mögliche Zugänge in Betracht gezogen haben“, berichtet Uwe Stöver über sein Vorgehen.

Kleindienst hat Torgefahr in Zweiter Liga bewiesen

Dabei passen zwei Mittelstürmer, die die körperlichen Voraussetzungen erfüllen und derzeit bei Bundesligaclubs unter Vertrag stehen, aber dort ein Reservistendasein fristen, ins spezielle Anforderungsprofil: Tim Kleindienst vom SC Freiburg und Emil Berggreen vom FSV Mainz 05.

Der 23 Jahre alte und 1,94 Meter große Kleindienst kam in der Saison 2016/17 als Freiburger Leihgabe bei St. Paulis Liga-Konkurrenten 1. FC Heidenheim auf sieben Treffer und drei Torvorlagen in 27 Spielen. In der darauffolgenden Erstliga-Spielzeit in Freiburg setzte in Trainer Christian Streich in 22 Partien (zwei Tore, drei Vorlagen) ein, in der aktuellen Saison aber kamen nur noch vier Einsätze dazu, was auch an einem Innenbandriss im Spätsommer lag, den Kleindienst aber längst auskuriert hat.

Mit Transfers vom SC Freiburg hat St. Pauli meist gute Erfahrungen gemacht. Zuletzt kam Mats Möller Daehli von dort zum Millerntor-Club.

Oder macht doch Berggreen das Rennen?

Ebenfalls 1,94 Meter misst Emil Berggreen (25), der im Sommer 2015 auch schon mal beim HSV im Gespräch war. Der Däne war von Februar bis Dezember 2015 Leistungsträger beim damaligen Zweitligisten Eintracht Braunschweig, ehe ihn Mainz 05 im Januar 2016 abwarb. Aufgrund von diversen Verletzungen kam Berggreen seither aber nur auf 16 Pflichtspiele für das Bundesligateam. Zuletzt nahm er Mitte November nach einem Muskelfasereinriss das Training wieder auf und könnte bis zum Wiederbeginn der Zweiten Liga Ende Januar einsatzfähig sein.

„Es wäre natürlich ideal, wenn der passende Spieler schon zum Trainingsauftakt am 6. Januar oder zum Beginn des Trainingslagers am 10. Januar zum Team stoßen könnte. Es macht aber keinen Sinn, dass wir uns jetzt selbst unter Zeitdruck setzen. Die Transferperiode endet am 31. Januar. Die Erfahrung zeigt, dass es manchmal bis zum Schluss dauert, ehe ein Transfer realisiert werden kann“, sagt Stöver und verweist dabei auf die Verpflichtung von Dimitrios Diamantakos im vergangenen Winter.

Damals war der Wechsel des Stürmers erst am 25. Januar perfekt. An jedem Tag bestritt St. Pauli bereits das erste Punktspiel nach der Winterpause und gewann – noch ohne den neuen Mann – 3:1 in Dresden. Jetzt muss St. Pauli erst am 29. Januar wieder in der Liga antreten – bei Darmstadt 98.