St.-Pauli-Einzelkritik

Dudziak eine Augenweide, Miyaichi im Stil von Usain Bolt

Irgendwer hat vergessen, Robin Himmelmann zu sagen, dass Winter ist – kurze Ärmel bei frostigen Temperaturen

Irgendwer hat vergessen, Robin Himmelmann zu sagen, dass Winter ist – kurze Ärmel bei frostigen Temperaturen

Foto: imago/Zink

Ein verdienter Heimsieg des FC St. Pauli am klirrend kalten Millerntor mit auch auf individueller Ebene guten Noten.

Hamburg. 2:0 verdient gegen Greuther Fürth gewonnen, den vierten Tabellenplatz verteidigt. Der FC St. Pauli lieferte am Sonnabend eine überzeugende Vorstellung ab. Wie sich die Spieler auf ganz individueller Ebene schlugen:

Himmelmann: Kämpfte im kurzärmlichen Trikot mehr gegen die Kälte als gegen die Fürther Offensive. Wenn er gefordert wurde, war der Keeper da.

Zander: Werder-Scout Clemens Fritz schaute beim Rechtsverteidiger genau hin. Was er sah, dürfte ihm gefallen haben. Ein solider Auftritt des Leihspielers.

Carstens: Der Millerntor-Startelfdebütant spielte wie ein alter Hase und krönte seinen starken Auftritt mit seinem ersten Profitor.

Avevor: Alles wie immer bei „Jackson“: Kompromisslos, zuverlässig, gut.

Kalla: Der „Fußball-Gott“ war in seinem Element. Grätschen, beißen und nebenbei ein Tor einleiten. Stark!

Knoll: Für seine Standardsituation braucht der Linksfuß einen Waffenschein. Überragend beim ruhenden Ball und als Aggressive Leader unersetz-lich.

Dudziak: Der Ball ist der beste Freund des Technikers. Eine Augenweide, wie er das Spielgerät behandelt. Mit jeder starken Partie wird es schwerer, den Vertrag zu verlängern.

Miyaichi (bis 88.): Der Japaner zog gefühlt mehr Sprints gegen Fürth an als Usain Bolt in einer Saison. Alles, was der Flügelflitzer macht, geschieht in höchster Geschwindigkeit. Nur seinen Kopfball setzte er ganz langsam ins obere Eck.

Schneider (ab 88.): Durfte mitfeiern.

Möller Daehli (bis 78.): Der norwegische Tor-Butler. Butterweich bereitete er das 2:0 von Miyaichi vor. Zuvor verschaffte der Wirbelwind dem einen oder anderen Gegenspieler ein Schleudertrauma mit seinen Dribblings.

Sobota: Fügte sich nahtlos ein und brachte den Heimsieg mit nach Hause.

Allagui (bis 67.): Irgendwie war es nicht die Partie des Offensivspielers. Viel Aufwand, wenig Ertrag.

Diamantakos (ab 67.): Es scheint sich noch nicht bis zum Griechen herumgesprochen zu haben, dass die Jahreszeit für Schwalben längst vorbei ist. Ansonsten ohne große Akzente nach seiner Einwechslung.

Veerman: Die Frage des Tages: Was muss geschehen, damit der Niederländer einen Freistoß bekommt? Er wurde geschubst, getreten, angesprungen und immer wieder blieb die Pfeife von Schiedsrichter Zwayer stumm. Entnerven ließ sich der Publikumsliebling nicht und bereitete stark das Führungstor vor.