FC St. Pauli

Ewald Lienen zieht in den USA die ganz große Show ab

St. Paulis "Außenminister" Ewald Lienen

St. Paulis "Außenminister" Ewald Lienen

Foto: Imago/pmk

Ob als unkonventioneller Tänzer, Flaschenwerfer oder Wutredner – der Außenminister des Kiezclubs dreht dieser Tage mächtig auf.

USA. Dass Ewald Lienen für so manchen Spaß zu haben ist und dabei über großes Entertainer-Potential verfügt, ist hinlänglich bekannt. Zahlreiche unkonventionelle Pressekonferenzen als Trainer, Aktionen wie ein Kartrennen gegen Nico Rosberg am Millerntor oder auch der nach ihm benannte Ewaldbienenhonig zeugen davon. Der Klassenerhalt in der zweiten Fußball-Bundesliga scheint beim Technischen Direktor des FC St. Pauli aber noch einmal ganz neue Kräfte freizusetzen.

Lienen erfindet neue Tanzschritte

Denn während der aktuellen Tour des Kiezclubs durch die USA geht Lienen nicht nur in seiner Rolle als "Außenminister" und "Werbebotschafter" auf, sondern löst auch als Alleinunterhalter alle Ketten. Bestes Beispiel: Bei dem Besuch des Motown-Musik-Museums "Hitsville" in Detroit zeigte Lienen mit wilden Schritten ungeahnte Qualitäten als Tänzer. Halb Michael Jackson, halb Helge Schneider – ob der 64-Jährige mit seinem "Chewald"-Move das Zeug für "Let's Dance" hat?

Lienen als Flaschenwerfer

Das inoffizielle Bewerbungsvideo müsste sich RTL vielleicht einmal ansehen. Falls es für die Tanzshow nicht reichen sollte, könnte Lienen möglicherweise auch in einem anderen Format unterkommen – im "Flip Bottling" hat sich bislang jedenfalls noch kein vermeintliches Supertalent versucht. "What can I say", kommentierte der Fußball-Funktionär trocken seinen gelungenen Flaschenwurf, der von WM-Fotograf Paul Ripke in Ton und Bild festgehalten wurde.

Lienens Hoffnung auf Trump

Ewald Lienen in Amerika – da darf natürlich auch eine Spitze gegen einen der mächtigsten Menschen der Welt nicht fehlen. "Wenn er es gesehen hat, wird ja vielleicht auch Präsident Donald Trump demnächst dieses Thema zu seinem eigenen machen", sagte Lienen, nachdem St. Paulis Tross vor dem Weißen Haus in Washington D.C. mit Regenbogenflagge und entsprechenden Mützen gegen Homophobie demonstrierte.

Lienen herrscht Kollegen an

Doch nicht jeder aus der Delegation des Hamburger Stadtteilvereins scheint so ausgeschlafen und energiegeladen zu sein wie sein Aushängeschild. "Wir spielen gleich, du kannst jetzt nicht pennen!", raunzte Lienen einen Kollegen im Bus launig an. "Reiß dich zusammen, Mann", schrie der Trainer a.D. weiter. Den Profis indes blieb ein gespielter Wutausbruch des Motivationskünstlers erspart. Auch so gewann St. Pauli das erste von zwei Testspielen der US-Reise mit 6:2 gegen Detroit City FC.