Zweite Liga

St. Paulis Profis üben nach der Nullnummer Selbstkritik

Nach dem enttäuschenden 0:0 gegen Sandhausen richtet St. Paulis Trainer den Blick auf das nächste Auswärtsspiel am Freitag.

Hamburg. Der Aufschwung ist verpufft: Nach der gefühlten Niederlage gegen zehn wackere Verteidigungskünstler aus Sandhausen war beim FC St. Pauli Frustschieben angesagt. „So kurz nach dem Spiel kommt es einem vor, als wenn wir verloren hätten“, gab Kapitän Lasse Sobiech nach dem enttäuschenden 0:0 gegen den SVS zerknirscht zu. „Zurück in der Krise“, titelte die „Hamburger Morgenpost“ am Mittwoch nach dem vierten Match in Serie ohne Sieg, was den erhofften Sprung in die Nicht-Abstiegszone verhinderte. „Wir haben uns vor zwei Jahren gerettet und ich bin sicher, dass es uns auch diesmal gelingt“, sagte Christopher Buchtmann.

Seit 276 Minuten ohne Treffer

Die Fakten lassen aber eher das Gegenteil befürchten, denn das Hauptproblem ist zurück bei den Kiezkickern: die Ladehemmung. Seit 276 Minuten warten Aziz Bouhaddouz & Co. auf einen eigenen Treffer, nur 24 Tore nach 27 Spieltagen bedeuten in Liga 2 einen Vereinsrekord in negativer Hinsicht.

St. Pauli in der Einzelkritik

Auch der nach einer Gelbsperre zurückgekehrte Toptorjäger Aziz Bouhaddouz konnte trotz fast 80-minütiger Überzahl nach dem Platzverweis von Damian Roßbach (11./Notbremse) nicht zum Matchwinner avancieren: Sein Lattenschuss (24.) und Bernd Nehrigs Versuch (69.), den Sandhausens Daniel Gordon auf der Linie klärte, waren die Top-Gelegenheiten bei einem Chancenverhältnis von 23:4.

Buballa: "Es fehlte der letzte Kick"

„Es fehlte der letzte Kick, vorne das Tor machen zu wollen“, räumte Abwehrspieler Daniel Buballa selbstkritisch ein. „Das Spiel hat gezeigt, dass es nicht unbedingt ein Vorteil sein muss, gegen zehn Mann zu spielen“, erklärte Trainer Ewald Lienen, der kurzfristig den erkrankten Mats Möller Daehli ersetzen musste. Der schnelle, wendige Norweger wäre mit seinen Dribblings der ideale Akteur gewesen, um das Bollwerk der abwehrstarken Gäste zu knacken. Lienen: „Es wäre vom Spielverlauf mehr dringewesen. So müssen wir mit einem Punkt leben.“

St. Pauli hat es noch in eigener Hand

Nun gilt für die Kiezkicker, das Ruder wieder schnell herumzureißen, so wie sie es zum Ende der Hin- und auch zu Beginn der Rückrunde getan haben. Am besten schon am Freitag, wenn zum Abschluss der Englischen Woche die Reise zum 1. FC Nürnberg ansteht. Und dann gastiert am Osterwochenende in Kickers Würzburg ein Abstiegsrivale im Millerntor-Stadion. „Wir haben es weiter selbst in der Hand“, glaubt Mittelfeld-Abräumer Bernd Nehrig trotz der jüngsten Rückschläge.