Millerntor

St.-Pauli-Fans stocksauer über "Pussie"-Spruch im Stadion

Fans des FC St. Pauli im Stadion (Symbolfoto)

Fans des FC St. Pauli im Stadion (Symbolfoto)

Foto: Witters

Werbebanner eines Hamburger Autohändlers sorgt für Empörung unter den Fans. Vermarktungspartner entschuldigt sich.

Hamburg. Rassismus, Sexismus, Homophobie und jede Art der Diskriminierung – all das hat bekanntermaßen am Millerntor keinen Platz. Seit Jahren engagieren sich die Anhänger des FC St. Pauli bei gemeinsamen Aktionen und Kooperationen, um gegen Vorurteile zu kämpfen und Aufklärung zu betreiben. 2007 gründete sich sogar ein eigenes Aktionsbündnis gegen Homophobie und Sexismus.

Umso ungläubiger starrten viele Fans während der Partie gegen den VfB Stuttgart (0:1) am Sonntag auf die Werbebande im heimischen Millerntorstadion. "Nix für Pussies", mit diesem Spruch warb ein Hamburger Nissan-Händler für seine neuen Automodelle. Die Fans reagierten darauf mit Unverständnis und Wut. "Liebe Vermarktungsabteilung des FC Sankt Pauli. Wer zum Teufel gibt so etwas frei? Und warum? Findet das irgendjemand lustig?", fragte der Fanclubsprecherrat nach Ende des Spiels auf seiner Facebook-Seite. "Sexistische Kackscheisse ist das. Nix habt ihr verstanden um was es uns allen bei diesem Verein auch geht."

Auch viele Fans des FC St. Pauli machten ihrem Ärger Luft. "Niveaulos und peinlich", nannte eine Frau den Spruch. "Geht gar nicht", kommentierte ein anderer Anhänger des Vereins.

Vermarktungspartner entschuldigt sich

Am Abend entschuldigte sich der Vermarktungspartner des FC St. Pauli in einem schriftlichen Statement bei den Fans. „Wir wissen, dass dieser Slogan überhaupt nicht zum FC St. Pauli und dessen Werten passt", erklärte Robert Hoene von U!Sports. Ein "interner Abstimmungsfehler" habe dazu geführt, dass die Bande überhaupt zum Einsatz gekommen sei. "Uns ist in diesem Fall ein Fehler unterlaufen, für den ich mich beim Verein, aber auch den Anhängern entschuldige." Man werde nun Schritte einleiten, "damit so etwas in Zukunft nicht mehr passiert". Die Fans des FC St. Pauli werden ihn beim Wort nehmen.