Zweite Liga

St. Pauli hält an Lienen fest: "Nicht am Trainer rütteln"

Geschäftsführer Rettig äußert sich zur Trainerfrage nach der Niederlage in Heidenheim. Lienen raunzte indes einen Reporter an.

Heidenheim/Hamburg. "Ewald erreicht die Mannschaft, Ewald kann mit der Mannschaft arbeiten", sagte St. Paulis Präsdient Oke Göttlich kurz vor dem Anstoß des Zweitligaspiels in Heidenheim bei "Sky" über seinen Trainer. Etwas mehr als 90 Minuten später müssen sich die Entscheider mehr denn je die Frage stellen, ob diese Aussage der Realität Bestand hält. Denn bei der 0:2 (0:1)-Niederlage auf der schwäbischen Alb präsentierten sich die Kiezkicker harmlos wie bereits in den Spielen zuvor.

"Wir rücken zusammen wenn es eng wird"

Doch der Geschäftsführer Andreas Rettig hält am Trainer fest. "Nach dieser Leistung finden wir nicht, dass wir am Trainer rütteln müssen", sagte Rettig nach dem Spiel beim 1. FC Heidenheim. "Es ist eine schwierige Situation für uns. Aber St. Pauli ist bekannt dafür, dass wir zusammenrücken – gerade wenn es eng wird."

Die Pokal-Niederlage gegen Hertha BSC (0:2) eingenommen hat St. Pauli nun schon acht der vergangenen neun Pflichtspiele als Verlierer beendet. In der Liga wächst die Serie damit auf zehn Spiele ohne Sieg an. Damit behalten die Hamburger mit sechs Punkten mindestens einen weiteren Spieltag die Rote Laterne. Der Rückstand auf den Relegationsrang beträgt fünf Zähler.

Himmelmann verhindert Rückstand

Heidenheim zog durch den siebten Saisonsieg nach Punkten mit dem Tabelellendritten Hannover 96 gleich. Kapitän Marc Schnatterer (20. und 81./Foulelfmeter) erzielte die Treffer.

Die Gastgeber übten vor 13.000 Zuschauern von Beginn an viel Druck aus und drängten die Hamburger in die Defensive. Pauli-Torhüter Robin Himmelmann verhinderte gegen Denis Thomalla einen Rückstand (11.).

Neun Minuten später war auch Himmelmann machtlos. Nach einem Doppelpass mit dem ehemaligen Pauli-Profi John Verhoek erzielte Schnatterer die Führung. Zu diesem Zeitpunkt hatte Christopher Buchtmann den Platz bereits verletzungsbedingt verlassen müssen (13.).

Nach dem 1:0 schalteten die Heidenheimer einen Gang zurück, doch die Offensivabteilung des Lienen-Teams blieb im ersten Durchgang harmlos.

Die Gäste intensivierten nach dem Wechsel ihre Angriffsbemühungen, doch es mangelte an der notwendigen Durchschlagskraft. Schnatterer sorgte mit seinem fünften Saisontor per Elfmeter für die Entscheidung.

Lienen raunzt Reporter an

Nach dem Spiel, als sich die Profis bereits bei den mitgereisten 1000 Fans bedankt hatten, reagierte Lienen auf die Einlassung des "Sky"-Reporters, kaum Verbesserungen im Spiel von St. Pauli erkannt zu haben, recht ungehalten.

"Was meinen Sie mit 'keine Verbesserungen zu erkennen'? Das finde ich jetzt leicht unverschämt von Ihnen", entgegnete der 62-Jährige und befand: "Wir haben hier mit Abstand das beste Spiel der vergangenen Wochen gemacht." Lienens Gegenüber sah es ähnlich. "Es war ein sehr schweres, intensives Spiel gegen eine Mannschaft, die bis zum Schluss alles investiert hat", sagte Heidenheims Trainer Frank Schmidt.

Lienen wollte sich in seinem Analyse-Gespräch derweil nicht von seiner positiven Sichtweise abbringen lassen. "Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Wir können das nicht gebrauchen, uns erzählen zu lassen, wir würden nicht alles versuchen", wies er den "Sky"-Reporter zruecht.