FC St. Pauli

Kontinuität ist Thomas Meggles großer Trumpf

Thomas Meggle wurde am 16. Dezember 2014 zum Sportchef des FC St. Pauli ernannt

Thomas Meggle wurde am 16. Dezember 2014 zum Sportchef des FC St. Pauli ernannt

Foto: TayDucLam / WITTERS

St. Paulis Sportchefhat seit seinem Amtsantritt vor anderthalb Jahren 16 Verträge mit Spielern und Trainern verlängert.

Hamburg.  Die beiden wichtigsten Aufgaben eines Sportchefs bei einem Profifußball-Club sind es, Spieler möglichst günstig zu kaufen und möglichst teuer zu verkaufen. Das jedenfalls ist die gängige Meinung. Wer jedoch die Tätigkeit von Thomas Meggle, 40, seit seinem Amtsantritt am 16. Dezember 2014 Revue passieren lässt, dürfte einen anderen Eindruck gewinnen. Vertragsverlängerungen, am liebsten vorzeitige, spielten bei Meggles Arbeitsinhalten in den jüngsten 17 Monaten eine zentrale Rolle. Sein jüngstes Erfolgserlebnis in dieser Hinsicht war am Dienstag dieser Woche die Einigung mit Torwart Robin Himmelmann, 27, über einen Vertrag bis Juni 2019, nachdem sein bisheriges Arbeitspapier nur bis Mitte kommenden Jahres gültig gewesen wäre.

Die Einigung mit Himmelmann war bereits die 16. per Vertrag besiegelte Fortsetzung einer Zusammenarbeit mit einem Spieler oder Trainer, seit Meggle zum Sportchef ernannt wurde. Zuvor hatte er bereits mit den anderen beiden Torhütern Philipp Heerwagen und Svend Brodersen (beide bis 2017), den Verteidigern Philipp Ziereis (2019), Joel Keller (2018) und Marc Hornschuh (2020), mit Defensivallrounder Jan-Philipp Kalla (2018), den Mittelfeldspielern Christopher Buchtmann (2019) und Bernd Nehrig (2017 plus Option) sowie den Offensivkräften ­Jean-Fabrice Picault, Nico Empen (beide 2018) und Kyoungrok Choi (2019) die Verträge verlängert.

Sonderfälle Sobiech und Sobota

Sonderfälle in dieser Liste sind Innenverteidiger Lasse Sobiech und Offensivspieler Waldemar Sobota. Sobiech war in der Saison 2014/15 noch vom HSV ausgeliehen, vor einem Jahr konnte Meggle ihn endgültig zum FC St. Pauli transferieren. Offiziell war der Abwehrspieler damit ein Neuzugang, gefühlt aber hatte er seinen Vertrag zu neuen Konditionen verlängert. Sobota war im Januar 2015 einer der ersten Spieler gewesen, die Meggle holte – damals auf Leihbasis vom FC Brügge. Im Sommer 2015 wurde dieses Leihgeschäft verlängert, ehe Meggle vor gut zwei Monaten die im Vertrag vorgesehene Kaufoption zog und Sobota bis Mitte 2018 an St. Pauli band.

Schließlich wurden in diesem Jahr auch die Verträge von Cheftrainer Ewald Lienen (bis 2018) und Torwarttrainer Mathias Hain (bis 2020) verlängert. Auch in diesem Punkt setzt die Führung des FC St. Pauli bewusst auf Kontinuität. Alsbald soll auch über die weitere Zusammenarbeit mit Co-Trainer Abder Ramdane und Athletikcoach Janosch Emonts entschieden werden.

Aber auch auf dem Aufgabenfeld des Anwerbens und Abgebens von Spielern war Meggle seit Dezember 2014 durchaus aktiv. Elf Profis lockte er erfolgreich neu ans Millerntor, inklusive der drei feststehenden Zugänge für die kommende Saison, Vegar Eggen Hedenstad, Aziz Bouhaddouz und Richard Neudecker. 19 haben den Kiezclub in Meggles Amtszeit verlassen, wobei Marcel Halstenberg mit 3,5 Millionen Euro an erhaltener Ablöse bekanntlich der Rekordtransfer in der gesamten Vereinsgeschichte war.