2. Bundesliga

St. Paulis Kämpfertyp Kalla ist bereit für sein Comeback

St. Paulis Jan-Philipp Kalla

St. Paulis Jan-Philipp Kalla

Foto: UweSpeck / WITTERS

Nach drei Monaten Zwangspause ist St. Paulis Defensiv-Allrounder Jan-Philipp Kalla eine Option für das Spiel in Sandhausen.

Hamburg.  Der vergangene Sonnabend war für Jan-Philipp Kalla wie eine Erlösung. Endlich durfte der 29 Jahre alte Defensiv-Allrounder des FC St. Pauli wieder richtig Fußball spielen – und das über volle 90 Minuten.

Der dienstälteste Profi des Kiezclubs kickte dabei zwar nur für St. Paulis zweite Mannschaft in der Regionalliga Nord und verlor 1:3 beim VfL Wolfsburg II, doch war das in diesem Fall nebensächlich. Viel wichtiger war, dass Kalla nach wochenlangem Ausfall diesen Härtetest erfolgreich bestand, keine negativen Nachwirkungen hatte und jetzt endlich wieder bereit ist, auch im Profiteam mitzuwirken und zu helfen, die abschließenden acht Saisonspiele mit Anstand über die Bühne zu bringen.

Bänderriss durch Zweikampf

An sein bisher letztes Zweitligaspiel hat Kalla ungute Erinnerungen. Beim reichlich unansehnlichen 0:0 bei Arminia Bielefeld am 14. Dezember vergangenen Jahres zog er sich bei einem harten Zweikampf mit Christoph Hemlein einen Teilriss des Außenbandes und einen Kapselriss im linken Knie zu. Außerdem bekam er, nachdem er sich aufgerappelt hatte, für die Aktion auch noch die Gelbe Karte.

Kaum war Kalla nach der Wintervorbereitung und den ersten Spielen 2016 wieder so weit hergestellt, dass er am Mannschaftstraining teilnehmen konnte, warf ihn ein grippaler Infekt zurück. „Durch die Krankheit habe ich sogar mehr Spiele verpasst als durch die Verletzung“, sagt Kalla. In der Summe waren es acht Partien, von denen vier verloren gingen. Von den zwölf Matches, in denen er zuvor dabei gewesen war, hatte St. Pauli nur zwei verloren, aber immerhin fünf gewonnen.

Körperlich kein Problem mehr

Doch nicht nur diese Statistik ist schon beim kommenden Auswärtsspiel am Sonnabend (13 Uhr) beim SV Sandhausen ein Argument dafür, Kalla einzusetzen. Auch in der Schlussphase der vergangenen Saison war der Vize-Kapitän einer der wichtigsten Protagonisten im schweren und letztlich erfolgreichen Kampf um den Klassenverbleib. Daher scheint er auch jetzt sehr geeignet, das St.-Pauli-Team nach zwei Niederlagen wieder in die Spur zu bringen, auch wenn es bis zum Saisonende weder um den Aufstieg noch gegen Abstieg geht. „Vielleicht kann ich mit meiner Art, Fußball zu spielen, andere mitreißen“, sagt Kämpfertyp Kalla dazu.

Hinzu kommt, dass er angesichts seines bis 2018 datierten Vertrages und seiner ohnehin intensiven Bindung zum FC St. Pauli – anders als manche seiner Kollegen – nicht durch Gedanken an einen Vereinswechsel vom Wesentlichen abgelenkt wird. Körperlich sieht Kalla kein Problem mehr. „Es war schön zu erleben, dass mein Körper am Sonnabend 90 Minuten durchgehalten hat“, sagt er.