Ex-St.-Pauli-Profi

Weil er Frieden wollte: Ominöse Naki-Sperre bleibt bestehen

Deniz Naki bei seinem letzten Spiel für St. Pauli am letzten Spieltag der Saison 2011/12, als Paderborn mit 5:0 geschlagen wurde.

Deniz Naki bei seinem letzten Spiel für St. Pauli am letzten Spieltag der Saison 2011/12, als Paderborn mit 5:0 geschlagen wurde.

Foto: TimGroothuis / Witters

Der frühere Spieler des FC St. Pauli, Deniz Naki, wurde in der Türkei für zwölf Spiele wegen angeblicher Propaganda gesperrt.

Istanbul. Der wegen angeblicher Propaganda für zwölf Spiele gesperrte Ex-St.-Pauli-Profi Deniz Naki ist mit seiner Berufung gescheitert. Der Disziplinar-Ausschuss des türkischen Verbands erklärte am Montag, dass man an der Entscheidung festhalte. Der Verband TFF hatte Naki „ideologische Propaganda“ und „unsportliche Äußerungen“ vorgeworfen. Neben der deftigen Sperre wurde Naki auch zu einer Geldstrafe von 19 500 Türkischen Lira (rund 6000 Euro) verurteilt.

Auslöser war ein Facebook-Eintrag des 26-Jährigen. Nachdem sein Verein Amed SK sensationell gegen den Erstligisten Bursaspor gewonnen hatte und ins Pokal-Viertelfinale eingezogen war, schrieb Naki unter anderem, dass der Sieg denen gewidmet sei, „die bei den Grausamkeiten, die seit über 50 Tagen auf unserem Boden stattfinden, getötet oder verletzt wurden“. Der Verein ist in der südosttürkischen Kurdenmetropole Diyarbakir beheimatet. Naki ist kurdischer und alevitischer Abstammung. Wegen der Sperre wird Naki dem Club am Dienstag im Pokal-Viertelfinale gegen Fenerbahce Istanbul fehlen.

Auch Nakis Arbeitgeber wurde bestraft. Da Zuschauer bei einer Partie gegen Basaksehirspor mit ihren Gesängen und Schlachtrufen aus Sicht des TFF ebenfalls „ideologische Propaganda“ betrieben haben sollen, wurde gegen Amed SK eine Geldstrafe von 20 000 Türkischen Lira und eine Platzsperre ausgesprochen. In der Begegnung gegen Fenerbahce werden deshalb keine Zuschauer ins Stadion gelassen.