"Bild"-Aktion

Union verweigert Teilnahme, Mainz spricht sich dafür aus

Die Berliner Mannschaft bedankt sich bei den Fans

Die Berliner Mannschaft bedankt sich bei den Fans

Foto: Uli Deck / dpa

Der Verein verweist wie die Kiezkicker vom FC St. Pauli auch auf seine zahlreichen Aktionen der praktischen Hilfe.

Hamburg. Nach dem FC St. Pauli wird auch Zweitligaclub Union Berlin nicht mit dem Logo „Wir helfen“ auf den Trikots auflaufen. "An der für den kommenden Bundesligaspieltag geplanten Aktion einer Boulevardzeitung wird der 1.FC Union Berlin nicht teilnehmen", teilte der Verein auf seiner Homepage mit. Der Verein verweist wie die Kiezkicker auch auf seine zahlreichen Aktionen der praktischen Hilfe.

Anders Mainz 05. Der Bundesligist erklärte nach der Verweigerung der beiden Clubs, warum die Mainzer auf jeden Fall mitmachen werden. "In unseren Augen stärkt die Wirkung einer gemeinsamen Aktion der Bundesliga auch unser großes eigenes Engagement für Flüchtlinge", heißt es in einer Erklärung des Erstligisten. Und weiter: "Ungeachtet der kontrovers geführten Diskussion um die Gemeinschaftsaktion wird Mainz 05 diese unterstützen und am Freitagabend das Sonderlogo auf dem Ärmel tragen", teilt der FSV mit. "Der Wert des gemeinsamen Signals zu Gunsten der Flüchtlinge steht für uns über der aktuell geführten Diskussion. Unsere Solidarität gilt den Flüchtlingen!"

Der FC St. Pauli versteigert dafür zwei signierte Banner mit den Aufschriften „Refugees“ und „Welcome“. Die Spruchbänder wurden beim Freundschaftsspiel des Hamburger Fußball-Zweitligisten gegen Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund (1:2) in der vergangenen Woche gezeigt. Zur Partie waren 1000 Flüchtlinge eingeladen worden. Kinder aus einer Erstaufnahme-Einrichtung hatten die Mannschaften aufs Spielfeld begleitet. Signiert wurden die Banner unter anderen von BVB-Trainer Thomas Tuchel sowie den Profis Roman Weidenfeller und Sven Bender. Der Erlös der Auktion geht an Projekte der Flüchtlingshilfe.

Stellungnahme des FC St. Pauli

In einer offiziellen Stellungnahme des Vereins hieß es: „Der FC St. Pauli ist seit vielen Wochen auf verschiedenen Ebenen zu einem Thema, das seit Monaten alle emotional bewegt, aktiv, um den Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, zu helfen. Unser Testspiel gegen Borussia Dortmund, das private Engagement unserer Spieler sowie verschiedenste Aktionen unserer Fans und Abteilungen für die Flüchtlinge in Hamburg sind Beleg dafür“, so Geschäftsführer Andreas Rettig. „Daher sehen wir für uns nicht die Notwendigkeit, an der geplanten, für alle Clubs freiwilligen Aktion der DFL teilzunehmen. Hierüber haben wir vorab alle Beteiligten informiert. Der FC St. Pauli steht für eine Willkommenskultur und wir handeln damit auf eine Art und Weise, die unseren Club schon seit Jahrzehnten ausmacht. Wir leisten ganz praktische und direkte Hilfe dort, wo sie gebraucht wird.“

In den sozialen Netzwerken zeigen die Fans des Zweitligisten unter dem Hashtag "#BILDnotwelcome" Verständnis für den Boykott.

Für den Tweet von Kai Diekmann, der erbost "Beim FC St. Pauli sind #refugeesnotwelcome" zwitscherte, erntete der "Bild"-Chefredakteur fast ausschließlich Kritik.