„Wir helfen“

Darum boykottiert St. Pauli die Flüchtlings-Aktion der DFL

St. Pauli hat sich schon immer für Flüchtlinge eingesetzt. Die Aktion der "Bild" wollen die Kiezkicker deshalb aber noch lange nicht unterstützen

St. Pauli hat sich schon immer für Flüchtlinge eingesetzt. Die Aktion der "Bild" wollen die Kiezkicker deshalb aber noch lange nicht unterstützen

Foto: TimGroothuis / Witters

Der FC St. Pauli verzichtet auf das „Wir helfen“-Logo der Erst- und Zweitligisten. Im Netz erntet der Club Verständnis für den Boykott.

Hamburg. Der FC St. Pauli wird beim Auswärtsspiel am Sonntag gegen Eintracht Braunschweig nicht mit dem „Wir helfen - #refugeeswelcome“-Logo von "Bild"-Zeitung und Hermes auflaufen. Die Aktion, die Flüchtlinge unterstützen soll, war für alle Erst- und Zweitligisten am Wochenende geplant. Stattdessen soll das übliche Sponsorenlogo des Logistikunternehmens die linken Trikotärmel der Kiezkicker zieren. Denn die Hamburger setzen lieber auf praktische Hilfe, anstelle eine Aktion der "Bild" zu unterstützen.

In einer offiziellen Stellungnahme des Vereins heißt es: „Der FC St. Pauli ist seit vielen Wochen auf verschiedenen Ebenen zu einem Thema, das seit Monaten alle emotional bewegt, aktiv, um den Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, zu helfen. Unser Testspiel gegen Borussia Dortmund, das private Engagement unserer Spieler sowie verschiedenste Aktionen unserer Fans und Abteilungen für die Flüchtlinge in Hamburg sind Beleg dafür“, so Geschäftsführer Andreas Rettig. „Daher sehen wir für uns nicht die Notwendigkeit, an der geplanten, für alle Clubs freiwilligen Aktion der DFL teilzunehmen. Hierüber haben wir vorab alle Beteiligten informiert. Der FC St. Pauli steht für eine Willkommenskultur und wir handeln damit auf eine Art und Weise, die unseren Club schon seit Jahrzehnten ausmacht. Wir leisten ganz praktische und direkte Hilfe dort, wo sie gebraucht wird.“

In den sozialen Netzwerken zeigen die Fans des Zweitligisten unter dem Hashtag "#BILDnotwelcome" Verständnis für den Boykott.

Für den Tweet von Kai Diekmann, der erbost "Beim FC St. Pauli sind #refugeesnotwelcome" zwitscherte, erntete der "Bild"-Chefredakteur fast ausschließlich Kritik.