St. Pauli

Stepptanz-Flashmob für drei Minuten an den Landungsbrücken

Foto: Klaus Bodig

Flashmob an den Landungsbrücken: Hier trafen sich am Montag zum Internationalen „Tap Dance Day“ mehr als 100 Tänzer.

Hamburg. Dichtes Gedränge an den Landungsbrücken ist keine Seltenheit. Doch gestern am frühen Abend mischten sich auffallend viele Menschen mit größeren Holzplatten unter dem Arm unter die Hafenbesucher. Ihre Schuhe machten verdächtig klackernde Geräusche auf den Gehwegplatten. Schnell sprach es sich herum: Ein Stepptanz-Flashmob!

Menschentrauben bildeten sich, Handys und Kameras wurden gezückt – und kaum hatten die nahen Kirchturmuhren sechs Mal geschlagen, begannen mehr als 100 Stepptänzer auf der Promenade in Höhe der „Rickmer Rickmers“ den Shim Sham zu tanzen – eine Nummer, die jeder Stepper auf der Welt kennt und die daher überall getanzt werden kann. Die Holzplatten hatten sie mitgebracht, weil die Aluminiumplatten ihrer Steppschuhe auf dem Steinboden nicht das typische Klackern hätten erzeugen können.

Anlass für das Event, das die Stepptanzschule Hoofers organisiert hatte, war der Internationale Stepptanztag, der anno 1889 am 25. Mai zum National Tap Dance Day erklärt wurde und seitdem weltweit gefeiert wird. „Mit unserem Flashmob möchten wir den Stepptanz der Öffentlichkeit vorstellen“, sagt Initiatorin und Stepptanzlehrerin Nicola Hartlef. Zwar gebe es in Hamburg eine große Stepptanzszene. „Die meisten Menschen kennen den Tanz jedoch nur aus Shows und wissen nicht, dass man diese Kunstform auch im Alltag aktiv ausleben kann.“

Stepptanzlehrerin Katrin Weibe­zahn hatte drei ihrer Schülerinnen zum Flashmob mitgebracht, darunter die 15-jährige Carla. „Stepptanzen ist auch für junge Leute interessant, weil es einfach riesigen Spaß macht“, sagt sie. Unterstützt wurden die Stepptänzer an den Landungsbrücken von sogenannten Body-Musicians, die Körper und Stimme benutzen, um Rhythmus zu erzeugen. Nach drei Minuten war das Tanz-Spektakel wieder vorbei. „Länger dauert der Shim Sham leider nicht“, sagt Tänzer Rupert Kraft. Trotzdem habe sich die viertelstündige ­Anreise gelohnt. (fru)