Zweite Liga

Verletzter Lienen findet Ergebnis "sehr, sehr schade"

Trainer stürzt beim 1:2 von St. Pauli in Heidenheim auf die Hand. Kiezkicker rutschen durch die Niederlage auf den letzten Platz ab.

Heidenheim/Hamburg. Der FC St. Pauli ist bei dem Versuch, die Plätze 16 bis 18 erstmals seit dem 10. Spieltag zu verlassen, kläglich gescheitert. Denn der 1. FC Heidenheim hat die Abstiegsgefahr für die Kiezkicker durch einen 2:1 (0:0)-Sieg in einer weitgehend schwachen Zwetiliga-Partie erheblich vergrößert. Robert Leipertz (62. Minute) und Marc Schnatterer per Foulelfmeter (82.) trafen vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Voith-Arena. Der Anschluss durch Christopher Nöthe in der Nachspielzeit (90.+3) kam zu spät.

Das Duell zwischen der schwächste Rückrunden-Elf und dem schwächsten Auswärts-Team stand auf einem bescheidenen Niveau und war von viel Nervosität geprägt. St. Pauli hatte im ersten Durchgang durch John Verhoek (2.) und Marcel Halstenberg (45.) seine besten Möglichkeiten. Heidenheims Marcel Titsch-Rivero schoss knapp über das Tor (33.).

+++ Der Spielverlauf im Liveticker +++

Nach dem Seitenwechsel parierte FCH-Torwart Jan Zimmermann glänzend einen Schuss von Jan-Philipp Kalla (48.). Leipertz sorgte nach schöner Vorarbeit durch Schnatterer und Florian Niederlechner für das erlösende 1:0. Schnatterer machte mit einem sicher verwandelten Strafstoß, den Armando Cooper verschuldet hatte, alles klar.

Lienen: "Hätten einen Punkt verdient gehabt"

„Wir sind enttäuscht, weil wir zumindest einen Punkt verdient gehabt hätten“, sagte St.-Pauli-Trainer Ewald Lienen. Bittere Erkenntnis: Die Auswärtsschwäche der Hamburger hält an. Lediglich ein Sieg ist den Norddeutschen im Saisonverlauf in der Fremde gelungen. Dagegen stehen schon zehn Niederlagen in 15 Partien zu Buche.

Auch in Heidenheim konnten die Hamburger keine Akzente setzen. In dem schwachen Spiel nutzte St. Pauli seine wenigen Möglichkeiten nicht. „Es ist sehr, sehr schade, denn hier hätten wir etwas mitnehmen können“, resümierte Lienen.

Nicht nur die Niederlage setzte St. Paulis Trainer zu. Lienen stolperte am Spielfeldrand und stürzte auf seine Hand. Anschließend musste die medizinische Abteilung die schmerzhafte Blessur mit Eisspray behandeln.

Aalen zieht an St. Pauli vorbei

Durch die Niederlage rutscht St. Pauli vier Spieltage vor Saisonschluss auf den letzten Tabellenplatz ab, da der VfR Aalen zeitgleich einen Punkt beim FSV Frankfurt erkämpfte (1:1). Nur bei einer Niederlage von Aue am Montagabend in Braunschweig würde die Lienen-Elf dank des dann besseren Torverhältnisses wieder einen Platz klettern.

Aalen blieb dank des Treffers von Markus Steinhöfer (64.) auch im siebten Spiel in Serie ungeschlagen. Das bisherige Schlusslicht rückte dadurch auf den Relegationsplatz vor. Mohamed Amine Aoudia hatte Frankfurt in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+2) in Führung gebracht. Die Hessen bleiben Zwölfter.

Ingolstadt verpasst Vorentscheidung

Tabellenführer FC Ingolstadt hat indes durch ein kurioses 2:2 (1:0) bei Union Berlin die Vorentscheidung im Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga verpasst. Kapitän Marvin Matip (5.) hatte Ingolstadt früh in Führung gebracht. Björn Jopek (75. und 79.) drehte mit einem Doppelpack das Spiel, ehe Tobias Levels dann immerhin das Unentschieden sicherte (82.).

Trotz des kleinen Rückschlages kann die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl am kommenden Wochenende den Sprung in die Bundesliga perfekt machen. Die Bayern liegen vier Spieltage vor Schluss sieben Punkte vor dem Tabellendritten Karlsruher SC.

Statistik

1. FC Heidenheim: 1 Zimmermann - 29 Strauß, 23 Kraus (ab 46. Minute 16 Göhlert), 5 Wittek, 14 Scioscia - 18 Griesbeck, 26 Titsch-Rivero - 13 Leipertz (ab 88. Minute 9 Morabit), 7 Schnatterer - 39 Grimaldi (ab 46. Minute Voglsammer), 31 Niederlechner. - Trainer: Schmidt

FC St. Pauli: 30 Himmelmann - 27 Kalla, 3 Sobiech, 26 Gonther, 23 Halstenberg - 19 Alushi, 2 Koch (ab. 60. Minute 40 Cooper) - 28 Sobota (ab 65. Minute 18 Thy), 29 Maier (ab 76. Minute 9 Nöthe), 15 Buballa - 12 Verhoek. - Trainer: Lienen

Schiedsrichter: Christian Dietz (Kronach)

Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Leipertz (62.), 2:0 Schnatterer (82., Foulelfmeter), 2:1 Nöthe (90.)

(dpa/jd)