Hamburg

Lienen nach DFB-Strafe: "Respektlos hoch drei"

Ewald Lienen kritisierte Schiedsrichter Petersen und sein Team

Ewald Lienen kritisierte Schiedsrichter Petersen und sein Team

Foto: Bongarts/Getty Images

Der Trainer akzeptiert seine 3000-Euro-Strafe wegen seiner Schiedsrichterkritik gegen Fürth, kritisiert aber Vorgehen des Verbandes.

Hamburg. Auf den ersten Blick merkte man Ewald Lienen seine Wut nicht an. Geduldig schrieb der Trainer des FC St. Pauli Autogramme, doch in dem 61-Jährigen brodelte es am Dienstagvormittag. Lienen ist stocksauer darüber, dass am Montag vom DFB-Kontrollausschuss zu 3000 Euro Strafe verdonnerst wurde.

Der Übungsleiter hatte sich nach der 0:1-Niederlage gegen Greuther Fürth am 21. Spieltag über den Auftritt des Schiedsrichtergespanns um Martin Petersen persönlich und medial beschwert. Unter anderem warf er dem Quartett Arroganz vor.

In der Urteilsbegründung stand zudem, dass der vierte Schiedsrichter Frank Willenborg zu Protokoll gab, Lienen habe gesagt, St. Pauli wurde verpfiffen. Eine Äußerung, die Lienen rasend vor Wut macht. „Ich habe dieses Wort mit keiner Stebenssilbe gesagt. Was Schiedsrichter sagen, ist ja in den Augen des DFB ein Evangelium. Meine Seite der Geschichte interessiert da doch keinen. Das ist unglaublich“, pestete Lienen und legte nach: „Ich werde für eine völlig indiskutable Schiedsrichterleistung im Nachhinein auch noch bestraft. Das ist absolut inakzeptabel Ich war aufgebracht über die Benachteiligungen in diesem Spiel und darf ich mich nicht echauffieren?“, fragte Lienen.

Was dem St. Pauli-Trainer noch aufstößt: In der Urteilsbegründung steht in einem Nebensatz, dass Lienens medialer Rundumschlag nach dem Fürth-Spiel für Belustigung gesorgt hat“. Lienen fühlt sich durch diesen provokanten Satz des Richters verhöhnt und vorgeführt.

Die Geldstrafe wird der Coach dennoch zähneknirschend akzeptieren. Es ist ohnehin nicht die Summe, die Lienen stört. Viel mehr ist es die Art und Weise, wie der DFB sich Lienen gegenüber in dem Fall verhält. „Was soll ich anderes machen, als die Strafe zu akzeptieren? Ich habe weder die Zeit und die Lust, mich mit denen noch mal an einen Tisch zusetzen. Ich habe wirklich wichtigeres zu tun“, sagte Lienen, der betonte, dass der FC St.Paul in der aktuellen sportlichen Situation derzeit keine weiteren Nebenkriegsschauplätze gebrauchen kann.

Der bekennende Gerechtigkeitsfanatiker hat aber keinerlei Verständnis für seine Bestrafung. „Ich bin entsetzt von dem Schiedsrichter und dem Kontrollausschuss des DFB. Ich bin entsetzt darüber, dass so etwas hier in Deutschland möglich ist. Das ist respektlos hoch drei!“ Es ist nicht auszuschließen, dass die neuerliche Brandrede von Lienen weitere Konsequenzen nach sich zieht.