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St. Pauli verliert 13-jähriges Top-Talent an Bundesligisten

Bitterer Abgang für den FC St. Pauli: Die Hamburger verlieren eines ihrer wertvollsten Talente an einen Bundesligisten. Der 13-Jährige war sogar beim HSV und Bayern auf der Liste. Das sind die Gründe.

Hamburg. Die Jagd auf die Top-Talente im Fußball beginnt immer früher. Das bekommt nun auch der FC St. Pauli zu spüren. Das womöglich größte Talent des Vereins, Sidnei Djalo, kehrt den Hamburgern den Rücken und schließt sich dem VfL Wolfsburg an.

Der 13-Jährige wechselte erst 2010 aus Portugal zum TuS Hamburg und schloss sich wenig später dem FC St. Pauli an. Dort kam er in dieser Saison im U15-Team, einem älteren Jahrgang, zum Einsatz und erzielte neun Tore in neun Spielen für den Tabellenführer der höchsten Spielklasse im Jugendbereich. Erst vier Punkte hinter den Kiezkickern rangiert Wolfsburg auf Platz zwei, weitere drei Zähler dahinter folgt der HSV. St. Pauli musste in zehn Partien erst einmal die Punkte teilen und ging neunmal als Sieger vom Platz.

Doch Djalo scheint sich dennoch sportlich verändern zu wollen. Er will sich offenbar bei einem ambitionierten Bundesligisten aus dem Norden durchsetzen, bei dem Spieler aus dem eigenen Nachwuchs eine Chance bekommen. Deshalb fiel seine Wahl auf Wolfsburg, auch wenn der FC Bayern, der HSV sowie RB Leipzig Interesse an dem Angreifer gehabt haben sollen.

„Wolfsburg ist sportlich und wegen der schulischen Ausbildung sehr reizvoll“, begründet sein Berater Jan Dreyer gegenüber dem Abendblatt die Entscheidung für die Niedersachsen. „Wolfsburg bietet ein Top-Nachwuchsleistungszentrum und gibt im Norden den Ton an“, so Dreyer, der sich weniger als Berater, sondern eher als Freund der Familie sieht: „Es ist eine Entscheidung der Familie.“

Djalo will es beim VfL Spielern wie Maximilian Arnold, 20, und Robin Knoche, 22, nachmachen, die zuletzt den Sprung von den Jugendmannschaften ins Profiteam schafften. St. Pauli verliert hingegen sein womöglich größtes Talent und muss ernüchtert feststellen, dass der Kampf um die Top-Talente immer früher beginnt.