Vrabec hört auf sein Bauchgefühl

Große Spielerauswahl freut St. Paulis Trainer. Gegner Ingolstadt seit September auswärts unbesiegt

Hamburg. Luxusprobleme? Ja, das könne man schon sagen. Gegen diese Formulierung wehrt sich Roland Vrabec nicht, wenn es um seinen Kader für das Heimspiel gegen den FC Ingolstadt an diesem Sonnabend (13 Uhr Sky/abendblatt.de) geht. Noch vor einer Woche hatte der FC St. Pauli beim 2:0-Sieg in Düsseldorf auf drei gesperrte Stammkräfte (Rzatkowski, Trybull, Thorandt) verzichten müssen, nun kehrt das Trio ebenso zurück wie Spielmacher Christopher Buchtmann nach auskuriertem Muskelfaserriss.

Zwar muss der Coach ohne Bernd Nehrig (Bauchmuskelzerrung), den gelbgesperrten Lennart Thy und die langzeitverletzten Fabian Boll und Dennis Daube auskommen, Buchtmann ist zudem noch kein Kandidat für die Startelf. Und doch hat Vrabec Auswahl wie selten zuvor. Denn Jungprofis wie Sebastian Maier oder Philipp Ziereis wollen ihren neu gewonnenen Platz verteidigen. Weil das Innenverteidigerduo Sören Gonther und Florian Mohr in Düsseldorf stabil agierte, droht Ersatzkapitän Thorandt gegen Ingolstadt ein Platz auf der Bank. Kevin Schindler wird zum wiederholten Male gar Platz auf der Tribüne nehmen müssen.

„Die Form, die Konstellationen mit den einzelnen Spielern, der Gegner und das Bauchgefühl sind meine Kriterien“, erklärt Vrabec. Die Leistungen seines Teams seien sehr schwankend, daher scheue er große Umstellungen nicht. Selbst das Spielsystem steht stets auf dem Prüfstand. Ein erfolgreicher Start in eine Woche mit drei wegweisenden Spielen (Dienstag in Paderborn, Freitag gegen Fürth) soll her. „Wenn der Sieg in Düsseldorf Wirkung haben soll, dann müssen wir nachlegen“, sagt Vrabec.

Mit dem FC Ingolstadt reist jedoch eine echte Auswärtsmacht ans Millerntor. Seit dem 22. September 2013 (0:1 gegen Union Berlin) hat die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl in der Fremde nicht mehr verloren. „Es ist schwierig, gegen sie Torchancen zu bekommen“, weiß der Trainer, „Ingolstadt wird tief stehen. Wir müssen geduldig bleiben, dürfen keine Fehler machen, denn wenn wir einmal in Rückstand geraten, wird es schwer.“ Vor allem vor dem Brasilianer Caiuby warnt Taktiker Vrabec: „Caiuby ist einer der besten Stürmer der Liga.“

St. Pauli: Tschauner – Ziereis, Mohr, Gonther, Schachten – Halstenberg, Trybull – Rzatkowski, Maier – Bartels, Nöthe.