2. Bundesliga

St. Paulis Sehnsucht nach dem ersten Auswärtssieg

Die Edelreservisten Jan-Philipp Kalla und Florian Kringe bekommen ihre Chance im Spiel beim Zweitliga-Schlusslicht FC Ingolstadt 04. Verfolgen Sie die Partie im Liveticker auf abendblatt.de

Hamburg. Auf den ersten Blick war die Heimtabelle der Zweiten Fußball-Bundesliga nach dem achten Spieltag schon fast ein Grund zur Euphorie für die Anhänger des FC St. Pauli. Mit zehn Punkten standen die Kiezkicker in dieser Wertung an erster Stelle. Dies allerdings hängt, wie man beim genaueren Hinsehen feststellen muss, auch entscheidend damit zusammen, dass die St. Paulianer von ihren bisher acht Ligaspielen bereits fünf im heimischen Millerntor-Stadion austragen duften und nicht erst vier wie die drei Teams direkt hinter ihnen in der Heimtabelle.

St. Paulis Spitzenposition in Heimspielen hat aber auch eine Kehrseite. Gerade einmal zwei Punkte sprangen für das Team von Trainer Michael Frontzeck in den bisherigen drei Spielen auf fremdem Platz heraus, was in der Auswärtstabelle nach acht Spieltagen denn auch nur den 13. Platz bedeutete. Neben den Unentschieden in Karlsruhe (0:0) und Bochum (2:2) steht die Niederlage bei Union Berlin (2:3) zu Buche. An diesem Sonntag (13.30 Uhr im Liveticker auf abendblatt.de) aber scheint die Chance groß, dass der FC St. Pauli im Spiel beim Tabellen-Schlusslicht FC Ingolstadt 04 (vier Punkte) seinen ersten Auswärtssieg landen kann. Doch Trainer Frontzeck warnt: „Wir sollten uns nicht von der Tabellensituation der Ingolstädter täuschen lassen. Die Mannschaft ist individuell stark besetzt mit Tamas Hajnal, Almog Cohen, Christian Eigler und Cauiby.“

Eine solche Warnung wäre nach den ersten acht Punktspielen wohl als Tiefstapelei betrachtet worden, hätte es nicht am Mittwoch im DFB-Pokal ein Lebenszeichen der „Schanzer“ gegeben. Mit 2:0 gewannen die Ingolstädter jedenfalls beim Liga-Konkurrenten FSV Frankfurt und zogen ins Pokal-Achtelfinale ein. Beachtlich war dieses Resultat vor allem deshalb, weil am vergangenen Sonntag noch exakt dieselbe Partie in der Zweiten Liga mit einer 1:4-Pleite für Ingolstadt geendet hatte.

„Ich habe beide Spiele gesehen. Ingolstadt hat die richtigen Lehren aus der Niederlage gezogen und war am Mittwoch sehr viel kompakter in der Defensive“, sagte Frontzeck und erwartet nun gegen sein Team einen Gegner, der wieder mit mehr Selbstvertrauen als in den Partien zuvor auftreten wird.

Sein eigenes Team muss Frontzeck auf einer Position umbauen. Für den rot-gesperrten Markus Thorandt wird Jan-Philipp Kalla in die Startelf rücken. „Er hat sich einen Einsatz am Sonntag mehr als verdient“, sagt Frontzeck und denkt dabei auch an die Phase kurz vor Saisonbeginn. Damals galt Kalla als feste Größe in der Innenverteidigung, nachdem er auch schon in der Schlussphase der vergangenen Saison stark gespielt hatte, verletzte sich dann aber kurzfristig. „Ich habe dann auf Markus Thorandt und Sören Gonther gesetzt. Aber es war eine sehr knappe Entscheidung gegen ‚Schnecke‘ Kalla“, sagte Frontzeck am Freitag.

Eine ähnliche Situation gibt es auch im defensiven Mittelfeld. Nachdem Florian Kringe gegen Düsseldorf bereits zum zweiten Mal in dieser Spielzeit als Einwechselspieler einen wichtigen Treffer erzielt hatte, könnte er jetzt anstelle von Fabian Boll in die Startelf rücken. „Es geht hier nur um Nuancen“, sagt Frontzeck. „Ich habe immer betont, dass Flo Kringe ein ganz wichtiger Akteur unserer Mannschaft ist. Er ist ein Stammspieler und kein Joker“, sagte Frontzeck weiter.