FC St. Pauli

Not-Operation nach Lungeneinriss bei Frontzeck

Die Operation verlief ohne Komplikationen. Dem Cheftrainer des FC St. Pauli geht es den Umständen entsprechend gut. Frontzeck hatte sich beim Trainingsspiel einen dreifachen Rippenbruch zugezogen.

Hamburg. Den Spott in der Kabine müsse er wohl über sich ergehen lassen, sagte Philipp Tschauner am Mittwoch leicht gequält. Schließlich war es der Torhüter des FC St. Pauli, der Michael Frontzeck, 48, am Tag zuvor im Trainingsspiel niedergestreckt und für einen dreifachen Rippenbruch beim Trainer gesorgt hatte. "Der lange Ball kam in meinen Fünfmeterraum, ich renne aus dem Tor, springe mit einem Bein ab und sehe den Trainer gar nicht", schilderte Tschauner die Szene mit Folgen: "Er hat sich dann in mich hineingedreht und mein Knie traf ihn zwischen Achsel und Brust."

Dass der Unfall für einen längeren Krankenhausaufenthalt Frontzecks sorgen könnte, hatte Tschauner zunächst nicht geglaubt. "Ich dachte, er schauspielert und will einen Elfmeter haben", sagte der 27-Jährige. Dabei hatte er das unangenehme Geräusch während des Zusammenpralls durchaus wahrgenommen, jedoch nicht mit Brüchen gerechnet. Frontzeck hatte zunächst am Rande des Trainingsplatzes an der Kollaustraße gesessen und auf schnelle Besserung gehofft. Als die Schmerzen nicht nachließen, begab er sich in ärztliche Hände. Am Mittwoch musste er sogar operiert werden, weil eine Rippe zu einem kleinen Einriss der Lunge geführt hatte. Der Eingriff verlief ohne Komplikationen. Frontzeck, der vorübergehend auf die Intensivstation verlegt worden war, ging es am Abend den Umständen entsprechend gut. Am Montag soll er das Krankenhaus verlassen dürfen, Mitte nächster Woche will er auf den Trainingsplatz zurückkehren. "Dann werde ich mir noch einiges anhören dürfen", ahnte Tschauner, der sofort nach der Diagnose eine SMS mit Genesungswünschen geschickt hatte.

Dass der 1,96 Meter große, muskulös gebaute Torhüter zur Gefahr für seine Gegenspieler werden kann, ist ihm bewusst. "In der Jugend in Nürnberg bin ich schon mal mit einem Mitspieler zusammengestoßen. Er riss sich das Kreuzband", berichtete Tschauner. Angesichts der angespannten Personallage konnte er dem Unfall auch Positives abgewinnen: "Immerhin war es kein Spieler, der auch noch ausfallen würde."

Bis zur Partie am Ostermontag gegen den SC Paderborn sollte Frontzeck zumindest auf der Bank Platz nehmen können. In lautstarken Anweisungen übte sich am Mittwoch aber bereits Co-Trainer Thomas Meggle.