Nachspiel

Einfach Boll wie Ball

Eine Glosse von Dirk Steinbach

Mit den Namen von Bundesligaprofis ist das so eine Sache. Vor allem, wenn sie aus dem Ausland kommen und von deutschen Reportern oder Stadionsprechern ausgesprochen werden sollen. Was hat man nicht alles schon gehört über die Luttschios (Lucios) und Tschapuisacks (Chapuisats) dieser Welt. Zum Glück weiß mancher Fußballer selbst nicht genau, wie er denn nun heißt. So wie der ehemalige Wolfsburger Grafite, der in seinen Erläuterungen munter zwischen Grafitsch und Grafit schwankte.

Angesichts der offenkundigen Schwierigkeiten ist es ein guter Service, dass Vereine eine Ausspracheliste für ihr Team herausgeben. So auch der FC St. Pauli, der dabei mit einer etwas skurrilen Version überraschte. Anders als Vereine mit Spielern wie Jakub Blaszczykowski (Dortmund), Michael Mancienne (HSV) oder Olivier Occean (Fürth) hat der Kiezklub nämlich kaum linguistische Problemfälle.

Neben Erhellendem wie der Tatsache, dass beim neuen Stürmer Mahir Saglik das "g" stumm bleibt, er also "Salick" genannt werden sollte, oder Torhüter Benedikt Pliquett "Plikee" ausgesprochen wird, lesen wir auch viele banale Informationen der Kategorie Markus Thorandt ("Torant"), Carsten Rothenbach ("Rotenbach") oder Ralph Gunesch (Ralf Gunesch). Aha, so geht das also ...

Eigentlich müssten sich jetzt nur noch die Fans ebenfalls an die Liste halten. Sollte der Doppeltorschütze des ersten Spieltags nämlich auch am Millerntor treffen, wäre Spaß garantiert. Die Anhänger würden dann auf das "Fabian" des Stadionsprechers laut der Empfehlung Folgendes antworten: "Boll wie Ball". Irgendwie balla bolla!