Bundesliga

3:0 gegen St. Pauli - Raul schießt Schalke aus der Krise

Der Spanier mit einem Doppelpack sowie Sturmpartner Huntelaar waren für Schalke gegen St. Pauli erfolgreich. Naki hatte den Ausgleich auf dem Kopf und auf dem Fuß.

Gelsenkirchen/Hamburg. "Du machst heute ein Tor", sagte Peer Kluge zu seinem Mitspieler Raul vor dem Spiel - er sollte recht behalten. Dank des zweifachen Torschützen hat der FC Schalke 04 den ersehnten ersten Saison-Heimsieg in der Fußball-Bundesliga gefeiert. Nach der Schelte an seiner zu defensiv interpretierten Rolle rückte der spanische Stürmer am Freitagabend in vorderste Front und brachte den Revierclub mit seinem Treffer in der 14. Minute gegen den FC St. Pauli mit 1:0 in Führung. Der Niederländer Huntelaar (53.) und erneut Raúl (81.) machten den 3:0 (1:0)-Erfolg vor 61.673 Zuschauern in der Veltins-Arena perfekt. Während der von Trainer Felix Magath zumindest für einen Tag der Sprung aus den Abstiegsplätzen gelang, müssen die Hanseaten weiter auf ihren ersten Bundesliga-Sieg in Gelsenkirchen warten.

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Beide Trainer schickten auf drei Positionen veränderte Teams auf den Rasen. Drei Tage nach dem blamablen 0:0 in Tel Aviv rückten die wiedergenesenen Jermaine Jones und Lukas Schmitz für Peer Kluge und Sergio Escudero in die Schalke-Elf. Für den zuletzt enttäuschenden Ivan Rakitic bekam Christoph Moritz eine Chance in der Startelf. Bei den Hanseaten gelang Moritz Volz, der als Jugendlicher für Schalke spielte, ein solides Bundesliga-Debüt. "Das der Trainer mich heute spielen lässt, zeigt mir das Vertrauen", sagte Volz nach der Partie. Max Kruse und Deniz Naki ersetzten Rouwen Hennings und den gesperrten Gerald Asamoah.

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Der ehemalige Schalker Publikumsliebling wurde von den „königblauen“ Fans vor dem Anpfiff frenetisch bejubelt, Szenen aus seinen elf Jahren im Revier flimmerten über den Videowürfel. Asamoah, der zu Saisonbeginn zum Kultclub vom Kiez gewechselt war, bedankte sich gerührt mit seinen kleinen Zwillingen vor der Nordkurve und sah sich dann die Partie von oben an.

Weniger freundlich fiel der Empfang der Schalke Fans für das eigene Team aus. Mit zwei riesigen Bannern machten die Fans ihrem Unmut über die prekäre Situation Luft: „Aufwachen Schalker! 'Nen Arsch voll Schulden, Platz 17 und unsere Werte werden mit Füßen getreten“, stand auf einem, und der Trainer wurde heftig für seine Personalpolitik kritisiert: „Magath: 15 Abgänge, 14 Neueinkäufe, 0 Chance! Merkste was?“

Ob der Aufruf der Fans das Team beflügelte oder die tagelange Diskussion um „Mittelfeld-Rumtreiber“ Raúl, ist unklar. Immerhin kam der spanische Weltstar, von dem sich Magath „mehr Aktionen im Strafraum“ gewünscht hatte, dem „Hinweis“ des Trainers nach und hatte schon nach einer Viertelstunde Erfolg: Raúl rutschte am Fünfmeterraum in eine Hereingabe von Atsuto Uchida und brachte die „Knappen“ mit seinem zweiten Liga-Treffer erstmals in dieser Saison daheim mit 1:0 in Front.

Zehn Minuten später hätte Raúl fast seinen nächsten Treffer erzielt, doch sein Schuss streifte knapp am Tor von Thomas Kessler vorbei. Im Gegenzug hatte der Aufsteiger, der sich in der Arena nicht versteckte und das Spiel nach dem Rückstand mehr als offen gestaltete, seine erste gute Chance. Doch der Kopfball von (24.) Naki verfehlte das Ziel knapp, kurz vor der Pause vergab er den möglichen Ausgleich kläglich, als er den Ball nicht richtig traf.

Nach einer Ecke von Jefferson Farfan brachte Huntelaar die „Knappen“ mit seinem sechsten Liga-Tor endgültig auf die Siegesstraße. Als Raúl kurz vor Schluss erneut traf, waren die Fans schier aus dem Häuschen. St. Pauli konnte nicht an die Leistungen der bereits drei Saisonsiege anknüpfen und seine wenigen Möglichkeiten nicht nutzen. Schalke bot zwar keine fußballerische Gala, kann nach dem Arbeitssieg die kommenden Wochen aber zumindest etwas gelassener angehen.

Die Statistik

Schalke: Neuer - Uchida, Höwedes, Metzelder, Schmitz - Jones (81. Matip) - Farfan, Moritz (72. Kluge) - Jurado (46. Edu) - Huntelaar, Raul. - Trainer: Magath

St. Pauli: Kessler - Volz, Zambrano, Thorandt, Oczipka - Boll (42. Daube), Lehmann - Bartels, Kruse (72. Hennings) - Ebbers, Naki (72. Bruns). - Trainer: Stanislawski

Schiedsrichter: Jochen Drees (Münster-Sarmsheim) Tore: 1:0 Raul (14.), 2:0 Huntelaar (54.), 3:0 Raul (81.)

Zuschauer: 61.673 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Jones (4) - Volz, Zambrano (3)

Torschüsse: 13:6

Ecken: 5:3

Ballbesitz: 53:47 Prozent