FC St. Pauli

Kalla mit viel Konkurrenz auf der linken Außenbahn

Foto: WITTERS / WITTERS/Witters Sport-Presse-Fotos

Der Kampf um die Stammplätze beim Zweitligisten FC St. Pauli ist eröffnet. Mit Bastian Oczipka könnte ein weiterer Konkurrent hinzukommen.

Hamburg. Es schien, als wollte er gleich ein Zeichen setzen. Keine 30 Sekunden waren am vergangenen Wochenende beim ersten Auftritt des FC St. Pauli in der Halle gespielt, als Jan-Philipp Kalla gegen RW Ahlen das Premierentor erzielte. Frei nach dem Motto: Jetzt geht's los! Der Kampf um einen Platz in der ersten Elf für den Rückrundenstart am 16. Januar nimmt freilich erst in dieser Woche so richtig Fahrt auf. Vielleicht war Kallas Treffer dennoch ein gutes Omen, geht es doch zum Auftakt ebenfalls gegen Ahlen.

Die Anzahl der Konkurrenten auf der Position des Linkverteidigers droht für den 23 Jahre alten Hamburger, der in der Jugend des SC Concordia seine Laufbahn begann, allerdings eher größer als kleiner zu werden. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass St. Paulis Verantwortliche den bislang von Bayer Leverkusen an Hansa Rostock ausgeliehenen Bastian Oczipka ins Visier genommen haben - einen "sehr interessanten Spieler, gut ausgebildet und mit hoher Qualität", wie ihn St. Paulis Trainer Holger Stanislawski beschreibt. Oczipka (20) nahm gestern nicht am Rostocker Trainingsauftakt teil. Der Grund: Verhandlungen mit Leverkusen über seine Zukunft.

"Natürlich liest man mit einem Auge mit, was da geschrieben wird", gibt Kalla zu. "Für mich selbst wäre eine solche Verpflichtung natürlich doof, aber das Wohl der Mannschaft steht im Vordergrund." Bei St. Pauli gab es auch ohne Oczipka in dieser Saison nirgendwo so viele Kandidaten wie auf der linken Außenbahn, was auch damit zusammenhängt, dass sich eine klare Nummer eins nicht herauskristallisierte, die Position zwischenzeitlich sogar als einzige Problemzone der Kiezkicker ausgemacht worden war.

Neben Kalla, der die letzten vier Partien von Beginn an absolvierte, bewerben sich mit Davidson Drobo-Ampem und Florian Lechner aktuell noch zwei weitere Spieler um den Platz im Defensivverbund. Beide haben sieben Partien in der Hinrunde absolviert, Drobo-Ampem hatte das Vertrauen des Trainers zu Beginn, dann verletzte er sich. Lechner sprang ein und spielte, bis er sich bei der Niederlage in Augsburg (2:3) eine überflüssige Rote Karte einhandelte. "Die ist längst ad acta gelegt", sagt er. Obwohl die Sperre ihn aus der Mannschaft hinauskatapultierte und Kalla die Möglichkeit eröffnete, ins Team zu rücken.

"Ich bin noch sehr jung und gehe davon aus, dass ich auch in der Rückrunde meine Chance bekomme", sagt der 21-jährige Drobo-Ampem. "Ich führe viele Gespräche mit dem Trainer und weiß, dass ich ein fester Bestandteil der Mannschaft bin." Lechner (28) bleibt ebenfalls gelassen. "Klar, jeder will spielen. Aber der Konkurrenzkampf belebt das Geschäft." Kalla glaubt wiederum, dass er durch starke Trainingsleistungen zuletzt bei Stanislawski die Nase vorn hatte. "Außerdem habe ich in der Zeit, in der ich nicht gespielt habe, nie rumgestänkert." Und das, obwohl der Vater eines Sohnes das Gefühl, bei "Hells Bells" ins Millerntorstadion einzulaufen, so sehr liebt. Dass 20 000 Menschen aus seiner Stadt seinen Namen rufen, sorge jedes Mal aufs Neue für Gänsehaut. Kein Wunder also, dass sich "Schnecke" ordentlich sputet, damit das auch so bleibt.

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