FC St. Pauli

Stadionbau: Behörde prüft bis Mitte Oktober

Gestern war ein guter Tag für das Präsidium des FC St. Pauli. Corny Littmann und seine Vizes Stefan Orth, Marcus Schulz, Bernd-Georg Spies und Gernot Stenger erhielten auf ihrer turnusmäßigen Sitzung unerwarteten Besuch.

Hamburg. Ludwig Robertz, 91-jähriger Fan der Braun-Weißen, schaute auf der Geschäftsstelle vorbei und überreichte einen Scheck in Höhe von 10 000 Euro. Eine spontane Finanzspritze, die allerdings zweckgebunden ist und ausschließlich beim noch für dieses Jahr geplanten Neubau der Haupttribüne angesetzt werden darf. Doch wann die alte abgerissen und das Geld eingesetzt werden kann, ist weiter offen. Die Finanzierung des Bauabschnitts zwei am Millerntor-Stadion ist zwar in der Theorie geklärt - Verein, Bank und Behörden sind sich grundsätzlich einig -, Gelder flossen aber noch nicht.

Die Stadt Hamburg, die für 80 Prozent des benötigten 15,5-Millionen-Euro-Kredits bürgen müsste, könnte dem Verein und der DKB-Bank erst frühestens im November und nicht wie erhofft noch im Oktober grünes Licht geben, sollte der Antrag erwartungsgemäß in der Bürgerschaft zur Abstimmung gestellt werden. Momentan befasst sich das Sportamt noch mit dem Gutachten eines externen Wirtschaftsprüfers, der den Bürgschaftsantrag in einer umfassenden Expertise untersucht und der Behörde in der vergangenen Woche vorgelegt hat. Ob dessen Prüfung zu einem für den FC St. Pauli positiven Ergebnis geführt hat, ist laut eines Behördensprechers nach erster Durchsicht momentan noch nicht ersichtlich. Ohnehin wird die Entscheidung, ob die Behörde der Bürgerschaft empfiehlt, dem Bürgschaftsantrag zuzustimmen, nicht vor Mitte Oktober fallen. Die nächste Sitzung der Hamburger Bürgerschaft ist am 4. November.

Parallel wird mittlerweile allerdings auch geprüft, ob der Antrag nicht auch von anderen Gremien angenommen werden könnte. Hintergrund: Eine Entscheidung durch die Kreditkommission würde das Verfahren deutlich beschleunigen und noch im Oktober fallen. Der Plan, bis zum Beginn der Saison 2010/2011 die neue Haupttribüne mit ihren 20 Logen, Medienbereichen und 4300 Sitzplätzen (davon 1700 Business-Seats) fertiggestellt zu haben, könnte somit aufrechterhalten werden.

Und so hoffen Rentner Robertz und das Präsidium nicht nur auf eine positive Empfehlung der Sportbehörde, sondern auch auf den Gang über die Kreditkommission.