Angreifer kommt vom SV Curslack-Neuengamme

St. Paulis Pichinot – vom Deich zu den Profis

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Sein Freund "Chrille" meldete sich als einer der Ersten per Glückwunsch-SMS nach dem Premieren-Treffer gegen Heart of Midlothian.

Pichl. "Er hat oft genug erwähnt, dass er ja eigentlich vor mir Profi werden müsste", sagt St. Paulis aufstrebendes Jungtalent Nils Pichinot mit einem Lächeln über seinen ehemaligen Mannschaftskollegen und Sturmpartner Christian Spill (24). Immerhin hatte der Angreifer des SV Curslack-Neuengamme in der vergangenen Saison mit 28 Treffern nicht nur elf mehr als Pichinot erzielt, sondern war zugleich auch bester Torschütze der gesamten Oberliga Hamburg. "Aber er ist eben einfach zu alt", sagt Pichinot scherzhaft.

Vom Top-Torjägerduo der Oberliga hat vorerst jedenfalls nur der 19-jährige Pichinot den Sprung vom Curslacker Deich in den Profisport geschafft. Sogar viel schneller als gedacht. "Ich war auf ein Jahr mindestens in der zweiten Mannschaft des FC St. Pauli eingestellt", erklärt der Abiturient, der im Trainingslager in Österreich eine Entscheidung über seine berufliche Zukunft fällen will. "Ich habe die Möglichkeit, eine Lehre bei der Sparkasse als Bankkaufmann zu beginnen", sagt der Angreifer, "aber jetzt überlege ich, ob ich mich vielleicht komplett auf den Fußball konzentrieren sollte." Eine Entscheidung wird am Ende des Trainingslagers gefällt - in enger Absprache mit Trainer Holger Stanislawski. "Er wird mir sagen, wo er mich sieht", so Pichinot.

Bislang sieht ihn Stanislawski nah dran an der Profimannschaft. Im Testspiel gegen Heart of Midlothian erzielte Pichinot den Treffer zum 2:0, gegen Mainz 05 sorgte er in der zweiten Hälfte für deutlich mehr Torgefahr als seine gestandenen Kollegen in der ersten Halbzeit zusammen.

Pichinot zählt nicht zu den Lautsprechern, ist keiner der oft gescholtenen neuen Generation mit überdimensionalem Selbstvertrauen. Vielmehr ist der stille Rechtsfuß das Musterbeispiel eines jungen Talents. "Nils ist unglaublich fleißig, lernwillig und mehr als engagiert", lobt Stanislawski sein neues Juwel, "er bringt sich auf und außerhalb des Platzes sehr gut ein." Zwar will sich der Trainer noch nicht endgültig festlegen, doch bislang bieten sich ihm durch die Verletztenmisere im Angriff kaum Alternativen.

"Ich weiß, warum ich diese Möglichkeit bekommen habe, und überschätze die Situation auch nicht", sagt Pichinot, "aber wer weiß schon, wo das jetzt alles hinführt? Ich will diese Chance auf jeden Fall auch nutzen." Eine neue Gelegenheit dafür erhält der in Bergedorf lebende Shootingstar schon heute in Irdning im Test gegen den Premier-League-Klub Stoke City. (sm)

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