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Fall Vuskovic: Auch die Nada geht nach Urteil in Berufung

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Mario Vuskovic (r), Spieler des Fußball-Zweitligisten Hamburger Sportverein (HSV), unterhält sich in einer Pause am 2. Verhandlungstag vor dem Sportgericht des Deutschen Fußballbundes (DFB) mit HSV-Sportvorstand Jonas Boldt (l).

Mario Vuskovic (r), Spieler des Fußball-Zweitligisten Hamburger Sportverein (HSV), unterhält sich in einer Pause am 2. Verhandlungstag vor dem Sportgericht des Deutschen Fußballbundes (DFB) mit HSV-Sportvorstand Jonas Boldt (l).

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild

Nachdem das DFB-Sportgericht den HSV-Verteidiger für zwei Jahre gesperrt hat, legt die Nationale Anti-Doping Agentur Rechtsmittel ein.

Hamburg. Fünf Tage nach dem Urteil des DFB-Sportgerichts im Dopingfall Mario Vuskovic geht auch die Nationale Anti-Doping Agentur (Nada) in die Berufung. Nachdem der HSV, der Spieler und seine Anwälte bereits unmittelbar nach der Bekanntgabe des Urteils angekündigt haben, in Berufung zu gehen, legt nun auch die Nada Rechtsmittel beim DFB-Bundesgericht ein.

"Die Nada wird auf der Grundlage des vom DFB-Sportgericht festgestellten Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen des Spielers eine dafür vorgesehene Vierjahressperre beantragen", teilte die Organisation am Dienstag mit. Überraschend kommt der Schritt, da Experten bislang davon ausgingen, dass die Nada direkt vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehe.

Fall Mario Vuskovic: Urteil sorgte für Verwunderung

„Wenn das Bundesgericht zu einem Freispruch käme, dann wäre das Berufungsverfahren der Nada oder Wada vor dem CAS obsolet, denn es gäbe kein Strafmaß mehr, welches verletzt worden sein könnte“, erklärte der Sportrechtler Horst Kletke am Montag im Abendblatt-Podcast "HSV - wir müssen reden". Kletke geht weiterhin davon aus, dass Vuskovic vor dem Bundesgericht gute Chancen auf einen Freispruch habe.

Das DFB-Sportgericht um Richter Stephan Oberholz hatte den HSV-Verteidiger nach drei Prozesstagen und einer weiteren zweiwöchigen Beratung für zwei Jahre gesperrt. Ein Urteil, das für Verwunderung gesorgt hatte. Schließlich sehen die Statuten des DFB eine Sperre von zwei Jahren nur vor, wenn dem Sportler nachgewiesen werden kann, dass er unwissentlich gedopt habe.

DFB-Richter Oberholz lieferte mit Begründung Angriffsfläche

In der Begründung von Oberholz heißt es, man sei bewusst von der Regel abgewichen, weil Vuskovic ein Ersttäter sei, nur eine geringe Epo-Menge vorliege und das Gericht wegen des einmalig nachgewiesenen Vergehens nicht von „strukturiertem Doping“ ausgehe. „Die Auswirkungen einer langen Sperre würden einen 21 Jahre alten, noch im Entwicklungsprozess befindlichen Berufsfußballspieler und Mannschaftssportler zudem intensiver als einen Einzelsportler treffen, auch in wirtschaftlicher Hinsicht.“

Vuskovic ist seit dem 15. November 2022 gesperrt. Die vom DFB-Sportgericht vorgesehene Sperre soll bis zum 14. November 2024 laufen. Der Kroate beteuert weiter seine Unschuld. "Ich werde mich davon nicht brechen lassen und bis zum Ende kämpfen, um die Wahrheit zu beweisen“, schrieb er nach dem Urteil bei Instagram.

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