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Wem Narey im Duell seiner Ex-Clubs die Daumen drückt

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Bei seinem letzten Spiel in Hamburg wurde Khaled Narey (l.) rassitisch beleidigt. Für den Ex-HSV-Profi ist dieser Vorfall jedoch abgehakt.

Bei seinem letzten Spiel in Hamburg wurde Khaled Narey (l.) rassitisch beleidigt. Für den Ex-HSV-Profi ist dieser Vorfall jedoch abgehakt.

Foto: nordphoto GmbH/ Witke via www.imago-images.de / imago images/Nordphoto

Der 28-Jährige spielte für beide Teams. Sein letztes Spiel für Düsseldorf in Hamburg wurde von einem Rassismus-Skandal überschattet.

Hamburg.  Als der HSV und Fortuna Düsseldorf zum bislang letzten Mal im Volksparkstadion aufeinandertrafen, stand Khaled Narey auf dem Feld – und später auch in den Schlagzeilen. Beim 1:1-Remis am 16. Oktober 2021 geriet das Sportliche aber in den Hintergrund. Narey, der von 2018 bis 2021 beim HSV gespielt hatte, wurde bei seiner Rückkehr von einzelnen Zuschauern rassistisch beleidigt. „Nach dem Schlusspfiff war das für mich abgehakt. Jeder Gedanke daran ist einer zu viel. Solche Menschen dürfen keine Bühne geboten bekommen. Als Spieler sollte man aber die Stimme erheben, genauso wie jeder, der von Rassismus betroffen ist“, sagt der 28-Jährige heute.

Ex-HSV-Profi Narey hat sein Glück in Griechenland gefunden

Sportlich hatte Narey bei Fortuna Düsseldorf „die beste Saison meiner Karriere“. Der Rechtsaußen erzielte für die Fortuna acht Tore und legte 15 Treffer auf. Seit Juli hat der gebürtige Pfälzer eine neue Herausforderung beim griechischen Erstligisten PAOK Saloniki gefunden: „Meine Familie ist bei mir. Wir haben uns hier super eingelebt. Man hat jeden Tag Sonne, das ist echt ein Stück Lebensqualität.“

Seine Ex-Clubs verfolgt er auch von der Ägäis aus. Mit Düsseldorf-Trainer Daniel Thioune hat Narey schon beim HSV zusammengearbeitet. „Ich finde, er passt perfekt zur Fortuna. Man hat direkt gemerkt, was er vorhat.“ Die Rückrunde der vergangenen Saison habe gezeigt, wie viel Potenzial im Tabellenfünften steckt. Beim HSV möchte Narey keine Prognose wagen: „Sie spielen bislang eine gute Runde. Die letzten Jahre haben aber gezeigt, dass man lieber abwarten sollte. Der HSV ist aber der Topfavorit auf den Aufstieg.“

Wenn sich an diesem Sonnabend beide Teams im Volksparkstadion gegenüberstehen (20.30 Uhr/Sky), wird es ein ausgeglichenes Spiel geben, meint Narey. „Sie haben zurzeit viel Selbstvertrauen. Ich wünsche beiden nur das Beste, drücke Düsseldorf aber etwas mehr die Daumen. Es ist ja noch nicht so lange her, dass ich dort gespielt habe.“ Und Narey stellt klar: „Wenn am Ende der Saison beide aufsteigen sollten, wäre das natürlich der Jackpot.“

Schaffen es Benes und Königsdörffer in die Startelf?

Auch HSV-Trainer Tim Walter zählt Düsseldorf zum Kreis der Aufstiegsfavoriten. Chancen auf die Startelf können sich Laszlo Benes, zwei Vorlagen beim Sieg in Kiel, und Ransford Königsdörffer, kehrte nach Rotsperre zurück, ausrechnen. „Für mich zählt das Training unter der Woche. Mir ist wichtig, dass jeder Spieler alles für seine Mannschaft tut“, sagte Walter am Donnerstag. Narey wird das Spiel übrigens von Kreta aus verfolgen. Am Sonntag spielt er dort gegen OF Iraklion.

( jkr )

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