HSV gegen Fortuna Düsseldorf

Was sich Tim Walter von den Basketballern abschauen will

| Lesedauer: 4 Minuten

HSV-Coach Tim Walter: „Die Jungs machen es mir nicht leicht“

In der Pressekonferenz blickt Hamburgs Trainer auf das Topspiel der 2. Bundesliga gegen Fortuna Düsseldorf voraus.

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Der HSV-Trainer hat gegen Fortuna Düsseldorf wieder die Qual der Wahl. Ein Kriterium ist für ihn bei der Nominierung entscheidend.

Hamburg. Natürlich hat Tim Walter etwas von der Basketball-EM gesehen. Als Liebhaber der Sportart, die ihm „früher richtig Spaß gemacht hat“, aber auch als HSV-Trainer. „Ich finde es großartig, wie die Jungs agieren. Natürlich kann man sich in Sachen Teamspirit davon etwas abschauen“, sagte Walter am Donnerstag. „So wie die Basketballer ganz Deutschland mitnehmen, wollen wir auch unsere Zuschauer mitnehmen.“

Im Moment scheint das seiner Mannschaft zu gelingen. 46.000 Tickets hat der HSV für das offizielle Topspiel der 2. Bundesliga gegen Fortuna Düsseldorf an diesem Sonnabend (20.30 Uhr, Volksparkstadion/Sport1 und Sky, Liveticker bei Abendblatt.de) verkauft – und das, obwohl die Gäste nur 2500 Fans mitbringen.

Die Fans lieben ihren HSV wieder

Drei Siege nacheinander, eine Serie von neun gewonnenen Auswärtspflichtspielen und der Vormarsch auf den zweiten Tabellenplatz scheinen bei vielen Anhängern die Liebe zu ihrem HSV wiederbelebt zu haben.

Tabellenspitze 2. Bundesliga
1. SC Paderborn 8 / 24:8/ 19
2. HSV 8 / 12:5 / 18
3. Heidenheim 8 / 12:5 / 15
4. Darmstadt 98 8 / 15:10/ 15
5. Düsseldorf 8 / 16:10 / 14
6. Hannover 96 8 / 14:10 / 14
7. Kaiserslautern 8 / 16:13 / 13
8. Holstein Kiel 8 / 14:15 / 12

10. FC St. Pauli 8 / 14:13 / 10

Walter kann sich noch an andere Zeiten erinnern: an die Pfiffe, die leeren Plätze. Inzwischen spüre er von den Rängen nur noch Unterstützung: „Alle tragen genau das mit, was wir versuchen auf den Platz zu bringen mit viel Leidenschaft, viel Energie und auch gutem Fußball. Da gibt es eine gewisse Identifikation mit dem HSV.“

HSV: Walter hat gegen Düsseldorf Qual der Wahl

Es ist genau das, was Walter auch von seinen Spielern erwartet – und bekommt. Aus einem reichhaltigen Angebot die jeweils elf richtigen herauszupicken, das ist für den Trainer die derzeit vielleicht schwierigste Aufgabe. Am vergangenen Freitag waren es die eingewechselten Ransford-Yeboah Königsdörffer und vor allem Laszlo Benes, die den 3:2-Auswärtssieg ermöglichten.

Werden sie diesmal von Anfang an spielen? Walter ließ sich da nichts entlocken: „Es gibt natürlich immer Überlegungen taktischer Natur, aber ich bin jetzt erst mal froh, dass ich solche Alternativen habe.“ Abgesehen davon gebe es bei ihm einen ehernen Grundsatz: „Wenn ein Spieler unter der Woche alles für seine Mannschaft tut, hat er bei mir gute Karten.“

HSV: Suhonen schon Startelf-Kandidat?

Anssi Suhonen wäre so ein Kandidat. Der finnische Mittelfeldspieler gehörte in Kiel erstmals nach seinem Wadenbeinbruch wieder zum Kader.

Natürlich habe Suhonen noch nicht wieder das Niveau erreicht, das er vor seiner Verletzung hatte. „Aber du siehst im Training, mit welcher Power und Leidenschaft er auf dem Platz steht“, sagte Walter: „Er ist ein Energiebringer für unsere Mannschaft.“

HSV: Heuer Fernandes und das Hype-Problem

Auch für das Tor hätte Walter mehrere gute Optionen. Aber was soll er machen? Daniel Heuer Fernandes wurde vom „Kicker“ gerade zum vierten Mal in die „Elf des Tages“ berufen. Das sei dem Torwart schon fast selbst nicht mehr geheuer.

„Wer Ferro kennt, weiß, dass ihm der Hype zu viel wird, weil er ein bescheidener junger Mann ist. Er nimmt sich nicht wichtiger als die ganze Sache.“

Die Basketballer haben es ja vorgemacht.

( leo )

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