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Wie Tim Walter mit Tim Leibold und Sonny Kittel plant

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Henrik Jacobs
Wieder vereint: Die HSV-Profis Tim Leibold (l.) und sein Kumpel Sonny Kittel.

Wieder vereint: Die HSV-Profis Tim Leibold (l.) und sein Kumpel Sonny Kittel.

Foto: TimGroothuis / Witters

Die beiden ältesten Feldspieler des HSV sollen künftig wieder zusammen auf der linken Seite spielen. Weiterer Flügelstürmer gesucht.

Fürstenfeld. Unter der Woche bekamen Sonny Kittel und Tim Leibold Zimmerbesuch vom Medienteam des HSV. Im Teamhotel „Das Sonnreich“ in Bad Loipersdorf nahmen die beiden vor laufender Kamera an einem Frage-Spiel teil. Die beiden waren sich einig, wer der bessere Fußballer ist (Kittel), der bessere Tänzer (Leibold), oder wer länger beim Essen sitzt (Kittel). Am Mittwochabend standen die beiden Freunde und Zimmerpartner auch endlich wieder gemeinsam für den HSV auf dem Platz. Beim 2:2 gegen Hajduk Split war es für Leibold das erste Spiel 246 Tage nach seinem Kreuzbandriss im Knie.

Für Kittel war es die erste HSV-Partie nach seinem geplatzten Transfer in die USA. Zusammen spielten sie in der zweiten Halbzeit auf der linken Seite des HSV. Dort haben die zwei ältesten Feldspieler der Hamburger in den vergangenen drei Jahren schon oft zusammen harmoniert. Und sollen das auch in der kommenden Saison wieder zusammen tun.

„Es ist schön, wieder mit meinem Kumpel auf einer Seite zu zocken. Das macht Spaß“, sagte Leibold nach seiner Rückkehr. Dem Linksverteidiger war die Freude anzumerken, endlich wieder auf dem Platz zu stehen. Das Knie hält. „Die Angst ist weg“, sagte Leibold, der die bisherige Vorbereitung ohne Probleme bestreiten konnte. Dennoch wird der 28-Jährige noch Zeit brauchen. „Es ist normal, dass es noch mal zwicken wird. Die Sicherheit hole ich mir Stück für Stück zurück.“

HSV: Leibold ist bei Walter vorerst hinten dran

Auch Trainer Tim Walter freute sich, Leibold wieder spielen zu sehen. Trotzdem warnt er davor, ihn zu früh zu stark zu belasten. „Bei Leibe müssen wir Geduld aufbringen. Es wird auch wieder ein Tief geben, so wie er jetzt ein Hoch hat. Da müssen wir gut aufpassen“, sagte Walter nach dem Split-Spiel. Aktuell hat daher der Schweizer Miro Muheim links hinten noch die Nase vorn. Und das dürfte auch bis zum Saisonstart bei Eintracht Braunschweig (17. Juli) so bleiben.

Kittel dagegen dürfte im ersten Ligaspiel gesetzt sein – auf der linken Seite. Nachdem Walter ihn in der vergangenen Saison häufig im zentralen Mittelfeld aufstellte, soll dort Neuzugang László Bénes neben Ludovit Reis spielen. Kittel wird dann wie schon unter Dieter Hecking und Daniel Thioune wieder über den Flügel kommen. Dem 29-Jährigen dürfte das guttun. Auf dieser Position muss er nicht die gesamte Verantwortung für das Offensivspiel schultern. Gegen Split zeigte Kittel in nur 30 Minuten Spielzeit, warum er für den HSV noch immer wichtig ist. Seine Torgefahr aus dem Mittelfeld heraus werden die Hamburger brauchen.

Auf der rechten Angriffsseite dürfte zunächst Neuzugang Ransford Königsdörffer spielen. Der 20-Jährige hatte zwei Tage nach seinem Wechsel von Dynamo Dresden zum HSV gegen Split gleich seinen ersten Treffer erzielt. Aber auch Filip Bilbija, der in der Offensivzentrale spielte, wusste in seinem ersten HSV-Spiel zu gefallen. „Beide zieht es gerne in die Mitte“, sagte Walter über die beiden Neuen.

HSV sucht noch einen Flügelspieler

Weil aber weder Königsdörffer noch Bilbija die klassischen Außenbahnspieler sind, sucht der HSV noch einen echten Flügelstürmer mit einem Profil wie der noch lange verletzte Bakery Jatta. Die Rückkehrer Aaron Opoku und Xavier Amaechi bringen dieses Profil mit. Dass Walter einem der beiden sein absolutes Vertrauen schenkt, ist aber eher unwahrscheinlich. Beide gelten noch als Wechselkandidaten. Gut möglich, dass Ogechika Heil einer der Gewinner wird. Gegen Split wusste der 21-Jährige offensiv zu gefallen. Das 2:2 von Königsdörffer bereitete er mit einem mutigen Tempodribbling vor.

Noch keine schnelle Alternative dürfte Omar Megeed (16) werden. Technisch ist der offensive Mittelfeldspieler schon gut ausgebildet, körperlich fällt er naturgemäß noch etwas ab. Walter aber ist ein Fan des ägyptischen U-20-Nationalspielers, hat ihn bereits in der vergangenen Saison in der U17 des HSV beobachtet. „Der Junge hat sehr gute Anlagen. Es macht Spaß, dem Kleinen zuzusehen“, sagt Walter über das Talent, das er behutsam aufbauen will.

Auch Kittel und Leibold sollen helfen, die jungen Spieler zu führen. Wann sie wieder in der Liga zusammen auf der linken Seite spielen, ist offen. Die nächste Chance haben sie am Freitag (17.30 Uhr). Dann steht das zweite und letzte Testspiel in Österreich gegen Thessaloniki an.

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