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HSV droht nach Pyro-Eklat in Kiel teures Nachspiel durch DFB

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HSV-Fans zündeten in Kiel Feuerwerkskörper. Bakery Jatta (l.) mochte es nicht mit ansehen.

HSV-Fans zündeten in Kiel Feuerwerkskörper. Bakery Jatta (l.) mochte es nicht mit ansehen.

Foto: Tim Groothuis / WITTERS

Kaum war das Nordduell angepfiffen, zündeten Hamburger Ultras Feuerwerkskörper und provozierten eine minutenlange Unterbrechung.

Hamburg/Kiel. Erst eine Woche ist es her, dass die HSV-Ultras ins Volksparkstadion zurückgekehrt sind. Zwei lange Jahre hatten sie auf ihre Choreografien auf der Nordtribüne verzichtet – aus Protest gegen die Corona-Auflagen, die einigen den Zugang zum Volksparkstadion verwehrt hatten. Viele erwarteten die Stimmungsmacher sehnlich zurück – auch weil ihnen nachgesagt wurde, rassistische Ausfälle von Fans wie beim Heimspiel gegen Düsseldorf nicht zu tolerieren.

Doch am Sonntag in Kiel zeigten sich die Ultras von einer Seite, die man nicht vermisst hatte. Kaum dass Schiedsrichter Daniel Schlager das Spiel angepfiffen hatte, zündeten sie Pyrotechnik. Weil Rauchschwaden über dem Holstein-Stadion lagen, unterbrach Schlager umgehend die Partie.

HSV-Ultras sorgen in Kiel für minutenlange Unterbrechung

Es gab eine Durchsage, doch es wurde nicht besser, im Gegenteil: Nun detonierten Böller im Gästeblock. Einige HSV-Profis eilten zu ihren Fans, auch Sportvorstand Jonas Boldt versuchte, sie zur Vernunft zu bringen. Doch Schlager schickte beide Mannschaften in die Kabine. Erst nach fast zehn Minuten konnte das Spiel endlich wieder beginnen.

Es mag unterschiedliche Sichtweisen darüber geben, ob Pyrotechnik zur Fankultur der Ultras dazugehört. Dass die Anhänger Feuerwerkskörper auf den Platz und sogar Richtung gegnerische Tribüne schießen, überschreitet allerdings klare Grenzen. Das sah auch HSV-Trainer Tim Walter so. „Es ist schön, dass die Fans wieder im Stadion sind. Aber das war ein bisschen zu viel. Irgendwann ist auch gut. Dann schadest du deinem Verein“, sagte Walter.

HSV droht nach Pyro-Eklat eine teure Rechnung

Die Fans schaden nicht nur ihrem eigenen Ansehen, sondern vor allem auch finanziell dem Verein, den sie unterstützen. Bereits bei ihrer Rückkehr in Düsseldorf vor vier Wochen brannten mehrfach Fackeln im Fanblock. Noch teurer wird nun der Vorfall von Kiel werden. Und das in Zeiten, in denen der neue Vorstand Thomas Wüstefeld alle Ausgaben im Club auf den Prüfstand stellt. Das DFB-Sportgericht wird den Vorfall prüfen. In jedem Fall dürfte dem HSV in den nächsten Wochen eine teure Rechnung ins Haus flattern.

( hja/leo )

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