HSV-Leihgabe

Wurde Aaron Opoku doch nicht rassistisch beleidigt?

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HSV-Leihgabe Aaron Opoku (M.) vom VfL Osnabrück beschwert sich bei Schiedsrichter Nicolas Winter über eine rassistische Beleidigung durch einen Duisburger Zuschauer. Das Spiel wurde daraufhin abgebrochen.

HSV-Leihgabe Aaron Opoku (M.) vom VfL Osnabrück beschwert sich bei Schiedsrichter Nicolas Winter über eine rassistische Beleidigung durch einen Duisburger Zuschauer. Das Spiel wurde daraufhin abgebrochen.

Foto: Maik Hölter / imago images/Team 2

Die HSV-Leihgabe des VfL Osnabrück soll in Duisburg übel beschimpft worden sein. Nun deutet sich eine überraschende Wende an.

Duisburg.  In den Ermittlungen nach einer mutmaßlich rassistischen Beleidigung gegen HSV-Leihgabe Aaron Opoku bei der Drittliga-Partie seines VfL Osnabrück in Duisburg haben sich die Vorwürfe nach Ansicht der Polizei nicht bestätigt. Der Staatsschutz der Duisburger Kriminalpolizei hat die Untersuchungen gegen einen Zuschauer beim Spiel des MSV gegen den VfL im Dezember vorläufig abgeschlossen. Das teilte die Polizei am Donnerstag mit. Mehrere Medien wie die „Neue Ruhr-Zeitung“ hatten zuvor darüber berichtet.

In der Mitteilung hieß es: „Geklärt werden konnte, dass der 55-jährige Tatverdächtige ‚Du Affe kannst auch keine Ecke schießen‘ gerufen hat und damit mutmaßlich den Spieler Florian Kleinhansl und nicht Opoku gemeint hatte.“ Zudem haben die Ermittlungen nach Einschätzung der Polizei den Verdacht, dass auf der Tribüne Affenlaute imitiert wurden, nicht bestätigt. Der Staatsschutz hatte zuvor Videoaufnahmen ausgewertet und Spieler, Schiedsrichter, Zuschauer sowie Ordner vernommen, hieß es in der Mitteilung.

HSV-Leihgabe Opoku doch nicht rassistisch beleidigt? MSV „sehr erleichtert“

Die Akte habe man nun der Staatsanwaltschaft übergeben. Dort hieß es zunächst nur, die Unterlagen seien eingegangen. Man werde den Fall prüfen und sich dann öffentlich äußern, kündigte eine Sprecherin auf Anfrage an.

„Vorbehaltlich einer finalen und abschließenden Beurteilung durch die Staatsanwaltschaft sind wir sehr erleichtert darüber, dass sich zum jetzigen Zeitpunkt und nach den heute veröffentlichten Ermittlungsergebnissen der Polizei, die dem MSV leider noch nicht vorliegen, der Rassismusverdacht nicht erhärtet hat“, teilte der MSV in einem auf der Homepage veröffentlichten Statement mit: „Wir sind erleichtert, dass mit diesen vorläufigen Ergebnissen unsere Werte, unser Leitbild und unsere weltoffene Stadt nicht nachhaltig beschädigt wurden.“

Die Untersuchungen waren nach einer Anzeige der Polizei in Gang gekommen, weil der 55 Jahre alte Duisburger VfL-Angreifer Opoku rassistisch beleidigt haben soll. Der Schiedsrichter hatte angegeben, dass es auch Affenlaute gegeben habe. Der Vorfall hatte für Entsetzen weit über Fußballkreise hinaus gesorgt.

Das Spiel war damals abgebrochen worden. Es wurde später für den 2. Februar neu angesetzt. Der gebürtige Hamburger Opoku (22) ist bis Saisonende an Osnabrück ausgeliehen. Sein Vertrag beim HSV gilt noch bis 2024.

( dpa/SID )

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