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Tim Walter stellt den Profis eine Kabinenparty in Aussicht

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HSV-Trainer Walter vor dem Stadtderby: "Die Jungs sind heiß"

Vor dem Duell mit dem FC St. Pauli im Volkspark spricht HSV-Coach Tim Walter über die Herangehensweise und die Stimmung im Team.

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HSV-Trainer geht das Stadtderby gegen den FC St. Pauli mit zwei neuen Vokabeln an. Was Walter über die Stimmung im Team berichtet.

Hamburg. "Mut" gilt in Bezug auf die Spielphilosophie längst als eine der Lieblingsvokabeln Tim Walters, vor dem Stadtderby gegen den FC St. Pauli hat der Trainer des HSV seinen Wortschatz vor allem um zwei weitere hoch frequentierte Schlüsselbegriffe erweitert: "Unverdrossenheit" und "Energie".

"Nur, wenn wir bei Intensität und Energie mit 100 Prozent dabei sind, können wir auch erfolgreich sein", predigte Walter am Donnerstag in der Pressekonferenz zum großen Spiel am Freitag im Volksparkstadion (18.30 Uhr/Sky und im Liveticker auf abendblatt.de).

HSV will gegen St. Pauli das Glück zurückholen

Dabei solle weniger auf den Tabellenführer aus der Nachbarschaft geachtet werden, sondern auf die eigenen Stärken – die vor allem auch seit der 2:3-Niederlage im Hinspiel immer mehr zum Tragen kämen. "Wir haben uns verbessert, unsere Abläufe sind viel genauer", sagte Walter.

"Wir gehen unseren Weg unverdrossen weiter, mit viel Bereitschaft und Mut", kündigte der 46-Jährige daher auch für das Derby an. "Ich glaube, dass wir damals ein gutes Spiel gemacht haben und St. Pauli nur ein bisschen mehr Glück hatte. Dieses Glück holen wir uns jetzt zurück."

HSV-Profis sind heiß auf Braun-Weiß

Seine Spieler seien jedenfalls bereits "heiß" auf Braun-Weiß, versicherte Walter: "Die Jungs wissen schon ganz genau, um was es geht. Von der Bereitschaft und dem Willen her haben es alle in sich, sie müssen es nur rauslassen."

Ob die 2000 Zuschauer im Stadion und die Fans an den Bildschirmen einen Fußballfesttag erwarten dürfen, könne er zwar nicht versprechen ("Auf dem Papier vielleicht"), aber: "Wir wollen das Möglichste tun, damit wir dieses Spiel gewinnen."

HSV soll die Müdigkeit verdrängen

Dabei dürften auch vereinzelte Zipperlein wie bei Außenverteidiger Miro Muheim oder Stürmer Robert Glatzel aus dem Pokalspiel beim 1. FC Köln keine Rolle spielen. "Wir freuen uns auf das Spiel, das ist viel wichtiger als die Müdigkeit", sagte der HSV-Coach.

"Alle sind fit und freuen sich auf das Spiel. Und wenn sie nicht fit sind, dann werden sie bis morgen wieder fit sein", kündigte Walter an. Es sei wichtig, das anstehende "schöne Erlebnis" in den Vordergrund zu stellen.

HSV schaut nicht auf die Tabelle

Vom Blick auf die Tabelle wollen sich Walter und seine Schützlinge nicht beeinflussen lassen. Mit einem Sieg könnte der HSV den Rückstand auf den Stadtrivalen auf drei Punkte verringern. Bei einer Niederlage würde er jedoch auf neun Zähler anwachsen und die Aufstiegshoffnungen arg dämpfen.

"Das ist uns egal", betonte Walter. "Der Pessimist sagt so, der Optimist so. Bei allen Dingen, die St. Pauli vielleicht gut macht, bleiben wir ganz bei uns. Wir sind voller Energie, die Jungs sind heiß."

HSV besiegte St. Pauli letztmals 2001

Das sollten sie auch, denn seit dem Abstieg aus der Bundesliga feierte der HSV schließlich erst einen Sieg gegen den FC St. Pauli. Der letzte Heimerfolg der Rothosen datiert sogar vom 2. Dezember 2001. Damals gab es ein 4:3 des von Kurt Jara trainierten HSV.

"Für die 21 Jahre zuvor konnte ich nichts", sagte Walter zur ernüchternden jüngsten Derbygeschichte. "Es ist klar, dass der HSV aus der Historie heraus der größere Verein ist, aber das bringt uns alles nichts. Wir müssen die Gegenwart und Zukunft besser schreiben."

HSV: Walter lockt mit Kabinenparty

Für einen positiven Ausgang am Freitag stellte Walter seinen Spielern jedenfalls schon einmal eine zünftige Feier in Aussicht. "In der Trainerkabine steht immer eine Kiste Bier, wie in jedem Dorfverein", verriet der Fußballlehrer: "Wenn wir ein Spiel gewinnen, ist immer laute Musik und ausgelassene Stimmung."

Zumindest bei der Party soll dann auch Tim Leibold dabei sein, der auf dem Rasen ebenso weiter passen muss wie Josha Vagnoman, Stephan Ambrosius, Anssi Suhonen und Maximilian Rohr.

Er sei stets "mit Energie und Lebenslust" bei der Mannschaft, sagte Walter über den am Kreuzband verletzten Leibold: "Das können wir immer gut gebrauchen."

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