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Kölns Baumgart schlägt vor Pokalduell selbstbewusste Töne an

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Zwei Schlüsselspieler für den Pokalcoup? Die HSV-Flügelflitzer Bakery Jatta (l.) und Faride Alidou.

Zwei Schlüsselspieler für den Pokalcoup? Die HSV-Flügelflitzer Bakery Jatta (l.) und Faride Alidou.

Foto: Witters

Beide Trainer planen im Achtelfinale Umstellungen. Ein Erfolg beim Erstligisten soll dem HSV auch finanziell auf die Sprünge helfen.

Hamburg. Wer knapp bei Kasse ist, haut sich im DFB-Pokal besonders rein. Das gilt auch für den HSV. Er will am Dienstag (18.30 Uhr/Sport1 und Sky sowie im Liveticker auf abendblatt.de) beim Bundesligisten 1. FC Köln die 1,004 Millionen Euro festmachen, die eine Mannschaft für das Erreichen des Viertelfinales erhält.

901.299 Euro haben die Hamburger für die drei ersten Runden bereits kassiert. „Die Jungs haben gezeigt, dass sie den Pokal sehr, sehr gern haben“, sagte Trainer Tim Walter und verwies auf die Runde zuvor, als sein Team nach großem Kampf beim 1. FC Nürnberg im Elfmeterschießen (4:2) gewonnen hatte.

HSV verdiente 2019 satte fünf Millionen Euro

Gern erinnern sich die Hamburger an ihre erste Zweitliga-Saison vor drei Jahren, als sie 2019 bis ins Halbfinale gegen RB Leipzig(1:3) vordrangen und 5,146 Millionen Euro für fünf Pokalspiele einsteckten. Doch in den beiden Jahren danach war Ebbe angesagt.

In der Saison 2019/20 setzte im Volksparkstadion Bundesligist VfB Stuttgart (1:2 n.V.) das Stoppsignal in der zweiten Runde, im Vorjahr flog die Mannschaft des damaligen Trainers Daniel Thioune schon in der ersten Runde beim Drittligisten Dynamo Dresden (1:4) raus.

HSV für Walters Geschmack „zu statisch“

Diesmal geht es nicht allein um die nächste Pokalrunde, es geht auch um eine Trotzreaktion für das Aufstiegsrennen in der 2. Bundesliga.

Das dürftige Spiel der Walter-Mannschaft am vergangenen Freitag bei Dynamo Dresden (1:1) schreit nach Selbstbetätigung und einem Beweis für die vielfach beschworene Qualität im Team. „Zu statisch“, „zu wenig rotiert“, „zu wenig Intensität“ hatte Walter gegen Dresden diagnostiziert.

Walter über die Fehler in Dresden und das Pokalspiel in Köln

HSV: Rochade mit Jatta und Alidou?

Ob Flügelstürmer Bakéry Jatta nach seiner zehntägigen Corona-Isolation wieder ausreichend Kraft für 90 Minuten hat, ist ungewiss. In Dresden war er erst in der 68. Minute gekommen, um das lahme Flügelspiel zu beleben.

So recht gelungen ist es ihm nicht. Vielleicht soll er sich in Köln schon in der Startelf auspowern. Faride Alidou darf dann zurück in seinen vertraute Position auf der linken Seite.

Im Abschlusstraining am Montag hatte Walter alle zuletzt einsatzfähigen Profis versammelt. Die Rekonvaleszenten Josha Vagnoman, Stephan Ambrosius und Maximilian Rohr spulten indes ihr individuelles Reha-Programm ab.

Walter schwört HSV auf den Pokal ein

„Wir wollen im Pokal gern eine Runde weiterkommen“, sagte Walter und beschwor deshalb den Teamgeist. Ein erfolgreiches Spiel in Köln kann den Weg in die restliche Saison ebnen.

„Die Erlebnisse braucht man“, betonte Walter, dessen Mannschaft in der 2. Liga vom Relegationsrang auf Platz fünf zurückgefallen ist.

HSV denkt auch schon an das Stadtderby

Walter will wieder mehr Dominanz auf dem Platz, mehr Ballbesitz. Da ist es ihm egal, aus welcher Liga der Gegner kommt und auch, dass den HSV und den 1. FC Köln eine Tradition von bislang 107 Duellen vereinen. „Wir haben viel den Ball, wollen das auch so in Köln haben. Nur so kann man den Gegner stressen“, meinte der Coach.

Ein Erfolgserlebnis ist ihm wichtig für den Freitag. Dann kreuzt Tabellenführer FC St. Pauli im Volkspark auf. Ein Pokalsieg kann das Schwungrad für das Stadtderby sein. Denn das ist für viele Fans die wichtigste Partie der Saison.

Baumgart vor HSV-Duell: „Sind Favorit“

Doch zuvor geht es gegen Köln – und der kommende HSV-Gegner schlägt vor dem Pokalspiel selbstbewusste Töne an. „Wir sind der Bundesligist, wir sind der Favorit und das sollte morgen auch zu sehen sein. Wir wollen zu Hause eine Runde weiterkommen“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart am Montag angesichts der Chance, erstmals nach mehr als zwölf Jahren mal wieder ins Viertelfinale vorzustoßen.

Gegen den Zweitligisten werde der bekennende HSV-Sympathisant Baumgart „ein paar Wechsel“ in der Startelf vornehmen, auch wenn er vor dem einstigen Bundesliga-Dino gewarnt ist: „Der HSV ist in der Lage, gut umzuschalten. Sie spielen gut von hinten heraus und erspielen sich Chancen.“

Die Domstädter sind nach dem überraschenden Abgang von Abwehrchef Rafael Czichos weiter auf der Suche nach einem neuen Innenverteidiger. „Wir beschäftigen uns mit zwei, drei Kandidaten. Julian Chabot ist einer der Spieler, über die wir nachdenken“, sagte Baumgart über den deutschen Abwehrspieler des italienischen Erstligisten Sampdoria Genau.

( dpa/sid/HA )

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