Mehdi Mahdavikia

Heikles Politikum um früheren Publikumsliebling des HSV

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Mehdi Mahdavikia als HSV-Nachwuchstrainer – wird dem 44-Jährigen in seiner Heimat nun eine kleine israelische Flagge zum Verhängnis?

Mehdi Mahdavikia als HSV-Nachwuchstrainer – wird dem 44-Jährigen in seiner Heimat nun eine kleine israelische Flagge zum Verhängnis?

Foto: Imago/Michael Schwarz

Lange war er im Volkspark als Profi und Trainer tätig. Jetzt wird Mahdavikia in Iran von Hardlinern attackiert – wegen eines Trikots.

Teheran/Hamburg. Der ehemalige HSV-Profi Mehdi Mahdavikia wird im Iran wegen einer kleinen israelischen Flagge auf dem Trikot kritisiert. Dem 44 Jahre alten früheren Hamburger Publikumsliebling wird vorgeworfen, bei einem vom Weltverband Fifa organisierten Freundschaftsspiel ein Trikot getragen zu haben, auf dem auch die Flagge von Irans Erzfeind Israel gedruckt war. Medienberichten vom Montag zufolge ist das Thema zu einem Politikum geworden und könnte für Mahdavikia Folgen haben. Laut Nachrichtenagentur Ilna könnte er den neuen Job als Coach der iranischen Nachwuchs-Auswahl verlieren.

Hintergrund der Aufregungen um den ehemaligen Spieler und Jugendtrainer des HSV ist ein Spiel Mitte Dezember in Katar. Bei der Partie ehemaliger Spieler einer arabischen All-Star-Mannschaft und einer Weltauswahl spielte Mahdavikia – als einziger Nicht-Araber – im arabischen Team mit. Auf den Trikots beider Mannschaften waren die Flaggen aller Fifa-Mitglieder gedruckt, auch die Israels.

Ex-HSVer Mahdavikia: Rote Linie überschritten?

Für die Hardliner im Parlament und ihnen nahe stehende Medien habe Mahdavikia die „Rote Linie“ der Sportpolitik des Landes überschritten. Der Iran erkenne Israel als legitimen Staat nicht an, Mahdavikia habe diesen Grundsatz mit dem Tragen des Trikots untergraben.

Teilweise werden die Anschuldigungen gegen Mahdavikia aber auch als absurd zurückgewiesen. Das Spiel in Katar war kein offizielles Länderspiel, sondern Teil eines von der Fifa organisierten sportlichen Kulturprogramms. Mahdavikia habe ja nicht ohne Trikot aufs Spielfeld laufen können, hieß es zur Verteidigung.

Mehdi Mahdavikia ist dem HSV weiter verbunden

Mahdavikia selbst hat sich zu der Kritik direkt noch nicht geäußert. Der 111-malige Nationalspieler war zuletzt Individualtrainer im Nachwuchsbereich des HSV. Er gilt als erfolgreichster Fußball-Legionär des Landes. Mit der Gründung einer Fußball-Akademie 2015 in Teheran machte sich Mahdavikia außerdem auch als Nachwuchstrainer einen Namen, inzwischen ist er für die iranische U23 verantwortlich, die er nach 50-jähriger Abstinenz zu Olympia 2024 in Paris führen soll.

Für den HSV absolvierte Mahdavikia zwischen 1999 und 2007 insgesamt 263 Pflichtspiele (34 Treffer), darunter elf in der Champions League (zwei Tore). Zuletzt stand der Wahl-Hamburger auch für das Video zur neuen Vereinshymne „Wir sind der HSV!“ der Band Abschlach! vor der Kamera:

Neuer Song der Band Abschlach: „Wir sind der HSV!“
( dpa/HA )

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